{"id":1177,"date":"2011-05-04T21:04:27","date_gmt":"2011-05-04T20:04:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/?p=1177"},"modified":"2011-10-17T20:16:45","modified_gmt":"2011-10-17T19:16:45","slug":"motten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/?p=1177","title":{"rendered":"Motten!"},"content":{"rendered":"<p>Da ich gerade mal wieder, wie eigentlich jedes Fr\u00fchjahr, von Mottenbefall in meinem Stofflager geplagt werde, dachte ich mir, da\u00df es vielleicht auch f\u00fcr andere ganz interessant w\u00e4re, was ich mir im Lauf der Jahre \u00fcber diese Mistviecher und ihre Bek\u00e4mpfung zusammengelesen habe.<!--more--><br \/>\n&nbsp;<br \/>\nF: Was kann von Motten befallen werden?<br \/>\nA: Motten, oder genauer gesagt deren Larven, stehen auf <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Keratin\">Keratin<\/a>. Das ist z.B. in Haaren und Federn enthalten. Befallen wird also alles aus Wolle (Strickwolle, Wollvliese, Wollstoffe, Schaffelle), Vogelfedern (Dekofedern f\u00fcr den Hut ebenso wie Daunendecken) und Pelz. Auch Menschenhaare fallen ins Beuteschema. Pflanzenfasern wie Baumwolle und Leinen, aber auch Seide und vor allem Kunstfasern sind f\u00fcr Motten sowas von uninteressant. Allerdings knabbern die Mistviecher diese Fasern durchaus auch an, sofern sie in der N\u00e4he sind. Es scheint, da\u00df die Viecher lieber fluffige Fasern m\u00f6gen als Stoffe aus fest verzwirnten Garnen mit glatter Oberfl\u00e4che, also z.B. Federn, Pelz, Wollvlies, Kn\u00fcpfteppiche, gefilzte Wollstoffe lieber als glatte. Vielleicht wegen der gr\u00f6\u00dferen Oberfl\u00e4che, an der man besser knabbern kann. Bei einem Wollstoff mit aufgerauhter Oberfl\u00e4che wird z.B. der Faserfluff abgekaut, w\u00e4hrend die eigentlichen F\u00e4den unber\u00fchrt bleiben. Ich fand zwar mal Spuren von Befall auf einer Baumwoll-Patchworkdecke &#8211; aber nur, weil die Katzen gern darauf schlafen und daher ihre leckeren Haare darauf hinterlie\u00dfen. Das hei\u00dft aber auch: In einem Haushalt mit haarenden Viechern finden Motten fast \u00fcberall etwas zu fressen, nicht nur im Kleiderschrank oder Stofflager.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nF: Wie erkennt man Mottenbefall?<br \/>\nA: Am besten mit Hilfe von Pheromon-Klebefallen. (Achte darauf, da\u00df sie speziell f\u00fcr Kleidermotten sind! F\u00fcr Lebensmittelmotten gibt es wieder andere.) Auf der Oberfl\u00e4che befallener Textilien findet man bei genauem Hinsehen hellgraue R\u00f6hren (Durchmesser ca. 1-1,5 mm) aus spinnwebartigem Gespinst, die von den Larven hinterlassen werden, im fortgeschrittenen Stadium die ber\u00fchmten L\u00f6cher im Stoff sowie winzige Kr\u00fcmel in der Farbe des jeweiligen Stoffes, die nichts anderes sind als Mottenlarvenkacke. Die Larven selbst bekommt man nur selten zu sehen, dabei sind sie diejenigen, die den ganzen Schaden verursachen. Und schlie\u00dflich, wenn es eigentlich schon zu sp\u00e4t ist, an fliegenden Motten &#8211; wobei aber nicht jede Motte eine Kleidermotte ist.  Erwachsene Kleidermotten sind 5-8 mm lang und goldbeige, w\u00e4hrend Lebensmittelmotten ca. 8-12 mm lang sind, dunkelbraun und mit einem helleren, orangen Querstreifen \u00fcber die Fl\u00fcgel.<br \/>\n<div id=\"attachment_1229\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/gespinst.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1229\" src=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/gespinst-300x133.jpg\" alt=\"Gespinstr\u00f6hre\" title=\"gespinst\" width=\"300\" height=\"133\" class=\"size-medium wp-image-1229\" srcset=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/gespinst-300x133.jpg 300w, http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/gespinst.jpg 906w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1229\" class=\"wp-caption-text\">Eine Gespinstr\u00f6hre auf Leinen. Die grauen Kr\u00fcmel sind Mottenlarvenkacke in der Fabe von Katzenhaaren. Ich glaube, rechts unterhalb des gro\u00dfen braunen Kr\u00fcmels eine Larve zu erkennen.<\/p><\/div><br \/>\n<div id=\"attachment_1331\" style=\"width: 243px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/larve.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1331\" src=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/larve-233x300.jpg\" alt=\"Mottenlarve\" title=\"larve\" width=\"233\" height=\"300\" class=\"size-medium wp-image-1331\" srcset=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/larve-233x300.jpg 233w, http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/larve.jpg 341w\" sizes=\"auto, (max-width: 233px) 100vw, 233px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1331\" class=\"wp-caption-text\">Der Verbrecher: Die Larve, die all die L\u00f6cher macht, ist nur ca. 3 mm lang<\/p><\/div><br \/>\n&nbsp;<br \/>\nF: Ich habe L\u00f6cher in Wolle\/Federn\/Pelz gefunden, aber kein anderes der o.g. Anzeichen. Daf\u00fcr fand ich leere H\u00fcllen: l\u00e4nglich-oval (ca. 4-8 mm lang, 1-2 mm breit) und quergestreift, wie ein haariges braunes Silberfischchen.<br \/>\nA: Du hast <a href=\"http:\/\/www.lexikon-der-schaedlinge.de\/index2.php?p=86&#038;g=g5\">Teppich- oder Pelzk\u00e4fer<\/a>. Die Larven fressen ebenfalls Keratin. Die leeren H\u00fcllen habe ich schon oft gefunden, aber nie den K\u00e4fer selbst. K\u00e4lte und Hitze (s.u.) helfen bei denen wahrscheinlich auch, Schlupfwespen wohl nicht.<br \/>\n<div id=\"attachment_1349\" style=\"width: 288px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/pelzk\u00e4ferlarve.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1349\" src=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/pelzk\u00e4ferlarve-278x300.jpg\" alt=\"\" title=\"pelzk\u00e4ferlarve\" width=\"278\" height=\"300\" class=\"size-medium wp-image-1349\" srcset=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/pelzk\u00e4ferlarve-278x300.jpg 278w, http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/pelzk\u00e4ferlarve.jpg 432w\" sizes=\"auto, (max-width: 278px) 100vw, 278px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1349\" class=\"wp-caption-text\">Larve eines Pelz- oder Teppichk\u00e4fers<\/p><\/div><br \/>\n&nbsp;<br \/>\nF: Stimmt es, da\u00df Lebensmittelmotten auch an Wolle gehen, wenn sie kein Lebensmittel zu fressen finden, und umgekehrt?<br \/>\nA: Ich zwar keine Entomologin, aber das halte ich f\u00fcr ein Ger\u00fccht. Wenn Arten so sehr auf eine bestimmte Ern\u00e4hrungsweise angepa\u00dft sind, ist es meistens auch der Stoffwechsel.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nF: Was kann man gegen Motten tun?<br \/>\nA: Pheromonfallen helfen nicht &#8211; sie k\u00f6nnen nur anzeigen, <em>da\u00df<\/em> Motten unterwegs sind. Es bleiben nur die M\u00e4nnchen daran kleben, aber beileibe nicht alle, und vor allem k\u00f6nnten sie die n\u00e4chste Generation schon vorher gezeugt haben. Mottenpapier wirkt eher pr\u00e4ventiv, ebenso wie Lavendel und Zedernholz. Alle drei m\u00fcssen mindestens alle halbe Jahre aufgefrischt werden. Insektenspray m\u00fc\u00dfte man u.U. gro\u00dfr\u00e4umig verteilen, und ich wei\u00df nicht, ob es auch auf Eier wirkt. Falls nicht, m\u00fc\u00dfte man immer wieder mal spr\u00fchen. So viel von dem Zeug w\u00fcrde ich nicht einatmen und v.a. auch meinen Katzen nicht antun wollen. Wer wei\u00df, ob sie nicht Fallout ins Fell bekommen, wenn sie im behandelten Raum schlafen? Den w\u00fcrden sie dann bei der W\u00e4sche auflecken und sich so wom\u00f6glich allm\u00e4hlich vergiften.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nEs gibt drei wirklich gute Methoden, schon vorhandene Motten loszuwerden: <\/p>\n<ul>\n<li>K\u00e4lte: Befallene Textilien f\u00fcr mehrere Tage in die Gefriertruhe stecken, f\u00fcr ein paar Tage herausnehmen und wieder f\u00fcr ein paar Tage hineinstecken. Im Winter kann man die Sachen in den russischen K\u00fchlschrank verfrachten, sollte daf\u00fcr aber die k\u00e4ltesten Tage (-10\u00b0 und darunter) erwischen. <\/li>\n<li>Hitze: Motteneier und Larven, so hei\u00dft es, kratzen bei 60\u00b0 und mehr ab. Man k\u00f6nnte befallene Textilien in den Backofen stecken oder, falls sie nicht hineinpassen, sie an einem hei\u00dfen Hochsommertag drau\u00dfen in voller Sonne ausbreiten. Leider fangen die Mistrviecher an, sich zu vermehren, bevor das Wetter diese Behandlung zul\u00e4\u00dft. <\/li>\n<li>N\u00fctzlinge: Die Schlupfwespe Trichogramma evanescens legt ihre Eier in oder auf die Eier der Motten, und wenn ich mich recht entsinne, fressen die Trichogramma-Larven dann die Motteneier. Dadurch vernichtet sie eine ganze Generation Motten auf einen Schlag, aber f\u00fcr eine komplette Bek\u00e4mpfung m\u00fcssen mehrere Schlupfwespen-Generationen losgelassen werden, passend zu den Motten-Generationen (die N\u00fctzlings-Anbieter schicken einem rechtzeitig Nachschub). Die Bek\u00e4mpfung durch N\u00fctzlinge ist \u00f6kologisch unbedenklich, aber auch ziemlich teuer und nicht unbedingt nachhaltig: Ich habe letztes Jahr 200 \u20ac f\u00fcr N\u00fctzlinge ausgegeben, hatte den Rest des Jahres Ruhe, aber jetzt ist der Befall kaum weniger schlimm als letztes Jahr. <\/li>\n<\/ul>\n<p>Meine Empfehlung w\u00e4re wie folgt:<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nWenn, wie bei mir, ein ziemlich gro\u00dfer Teppich befallen ist, den man nicht eben mal in die Sonne legen oder in die Gefriertruhe stecken kann, weil er einfach zu gro\u00df und schwer ist, dann lohnt es sich, ihn mit ein paar N\u00fctzlingsk\u00e4rtchen in eine Malerfolie einzuwickeln. Allerdings kostet eine Lieferung von 16 K\u00e4rtchen (4 St\u00fcck in 4 Lieferungen) ungef\u00e4hr 40-50 Euro, und ein K\u00e4rtchen ist, den Angaben der Abieter zufolge, nur f\u00fcr ca. 1\/4 Kubikmeter gut. Bedenkt man, da\u00df die Anbieter wahrscheinlich von Kleiderschr\u00e4nken ausgehen, wo ein paar Klamotten relativ locker (d.h. f\u00fcr die N\u00fctzlinge leicht zug\u00e4nglich) herumh\u00e4ngen und -liegen, dann braucht man f\u00fcr einen aufgerollten Teppich (in dem die N\u00fctzlinge sich nur in der Fl\u00e4che bewegen k\u00f6nnen) oder einen Sack voller Stoffballen vermutlich noch viel mehr. Hat man also Wolle u.\u00e4. in ziemlich gro\u00dfen Mengen, dann br\u00e4uchte man N\u00fctzlinge f\u00fcr mehrere hundert Euro, so da\u00df sich folgende Methode eher lohnt:<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nIm tiefsten Winter, wenn es so richtig arschkalt (<-10\u00b0) ist, alles das, was Motten lecker finden k\u00f6nnten, f\u00fcr mehrere Tage nach drau\u00dfen schaffen. Bei so tiefen Temperaturen sollte es keine Niederschl\u00e4ge geben. Das gleiche noch einmal im Hochsommer: Wenn die Sonne so richtig runterknallt, eben dieselben potenziell leckeren Sachen drau\u00dfen ausbreiten. Da Motten eine Gernerationsfolge von etwa drei Wochen haben, m\u00fc\u00dfte man diese Behandlung in etwa diesem Abstand wiederholen. Geht nat\u00fcrlich nicht immer, aber wenn man wei\u00df, da\u00df man ein Mottenproblem hat, sollte man sich bem\u00fchen, darnzubleiben, sonst kommen die Mistviecher immer wieder.\n&nbsp;\nAch ja: Ausger\u00e4umte Schr\u00e4nke sollte man mit Insektenspray ausspr\u00fchen. Besonders in den Ecken. \n\nSiehe auch: <a href=\"http:\/\/www.lexikon-der-schaedlinge.de\/index2.php?p=86&#038;g=g5\">Lexikon der Sch\u00e4dlinge<\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da ich gerade mal wieder, wie eigentlich jedes Fr\u00fchjahr, von Mottenbefall in meinem Stofflager geplagt werde, dachte ich mir, da\u00df es vielleicht auch f\u00fcr andere ganz interessant w\u00e4re, was ich mir im Lauf der Jahre \u00fcber diese Mistviecher und ihre &hellip; <a href=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/?p=1177\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1177","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1177","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1177"}],"version-history":[{"count":31,"href":"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1177\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1189,"href":"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1177\/revisions\/1189"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1177"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1177"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1177"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}