{"id":1315,"date":"2011-07-13T00:21:43","date_gmt":"2011-07-12T23:21:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/?p=1315"},"modified":"2011-07-13T00:52:32","modified_gmt":"2011-07-12T23:52:32","slug":"farbeanfall","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/?p=1315","title":{"rendered":"F\u00e4rbeanfall"},"content":{"rendered":"<p>Inspiriert durch das F\u00e4rben der Zeltteile, mu\u00dfte ich mal wieder meinen Vorrat an wei\u00dfem Wollgarn angreifen.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nBei der <a href=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/?tag=bargello\">Bargellostickerei<\/a> hatte ich schon das Problem, nicht genug Abstufungen desselben Farbtons zu haben. Auch bei floralen Mustern des 18. Jh. sind solche Abstufungen n\u00f6tig. Einen Anbieter von Stickgarnen habe ich schon einmal an den Rand des Wahnsinns gebracht, weil ich solche Abstufungen von Seidenfilament brauchte, die aber in der Farbkarte kaum zu finden waren. Heutzutags denkt man nun mal nicht an Farbreihen. Deshalb wollte ich nun Farbreihen aus je f\u00fcnf Abstufungen eines Farbtons f\u00e4rben.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\n<div id=\"attachment_1316\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/abstufungen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1316\" src=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/abstufungen-300x290.jpg\" alt=\"\" title=\"abstufungen\" width=\"300\" height=\"290\" class=\"size-medium wp-image-1316\" srcset=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/abstufungen-300x290.jpg 300w, http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/abstufungen.jpg 619w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1316\" class=\"wp-caption-text\">Farbreihen<\/p><\/div><br \/>\n&nbsp;<!--more--><br \/>\nDer Plan war, in eine hochkonzentrierte Flotte nacheinander je sechs Wucke einzutauchen. Mit jedem Zug sollte weniger Farbstoff \u00fcbrig sein, so da\u00df jeder Zug heller w\u00fcrde als der vorige.<br \/>\nZu meinem Erstaunen erwies sich Gelb &#8211; die jenige Farbe, die man mit jedem zweiten Unkraut f\u00e4rben kann &#8211; als besonders schwierig, weil im ersten Zug Leuchtendgelb bis Hellorange zu erreichen war, w\u00e4hrend der zweite Zug immer nur ein verbrauntes Fahlgelb ergab. Das ist dann zwar heller als der erste Zug, aber eben nicht der gleiche Farbton. Bei reinem Gelb ging das noch an, aber bei Gr\u00fcn (Gelb+Indigo) wurde es richtig bl\u00f6d, weil nicht nur der Farbton und die Dosierung des Gelb stimmen mu\u00dften, sondern auch die Relation zur Menge an Blau. Indigo ergibt zwar immer den gleichen Farbton, aber wenn die Relation nicht stimmt, hat man entweder ein zu blaues oder ein zu gelbes Gr\u00fcn, um in die Farbreihe zu passen. Deshalb besteht Gr\u00fcn in dem Bild oben auch nur aus den drei (von f\u00fcnf) T\u00f6nen, die halbwegs pa\u00dften. (Links daneben liegt noch ein Strang Gelb mit einem Hauch Indigo.)<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nNeben dem mi\u00dfgl\u00fcckten Gr\u00fcn (im Uhrzeigersinn) liegt ein anderer Gr\u00fcnton, der genau so funktionierte, wie ich mir das gedacht hatte. Es ist Gelb aus Rainfarn mit ein paar Kr\u00fcmeln Einsenvitriol. Dann kommt Gelb und dann Krapprot. Krapp funktionierte eigentlich recht gut, laugte aber so schnell aus, da\u00df ich mehrere Farbb\u00e4der ansetzen mu\u00dfte. Der zweitdunkelste Farbton ist der erste Zug der \u00fcberdosierten Flotte (zwei Gewichtsanteile Krapp auf einen Teil Wolle); f\u00fcr den allerdunkelsten mu\u00dfte ich nochmal 200% ansetzen und mit Eisenvitriol nachentwickeln.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nDer n\u00e4chste Farbton ist Cochenille. Eigentlich sollte es Karminrot werden, aber das wollte nicht. Bei fr\u00fcheren Versuchen reichten wenige Gramm Zinnchlor\u00fcr, etwas Hitzezufuhr und warten, um ordentliches Rot zu erzeugen. Diesmal kippte ich den ganzen Rest der Zinnbeize hinein &#8211; es d\u00fcrften um die 20g gewesen sein, und damit etwa so viel wie Cochenille &#8211; und trotzdem blieb der Farbton zu bl\u00e4ulich.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nDer letzte Farbton im Kreis ist, zusammen mit dem Olivgr\u00fcn, der einfachste: Indigo. Der dunkelste war nur wenige Sekunden inder unverd\u00fcnnten Stammk\u00fcpe, der n\u00e4chste ebenso kurz in der verd\u00fcnnten K\u00fcpe; der hellste war nur f\u00fcr Sekunden in der weitgehend aufgebrauchten K\u00fcpe.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nInzwischen habe ich noch eine vier-Farben-Abstufung von R\u00f6tlichbraun gef\u00e4rbt, aus Eichenrinde. Auch hier mu\u00dfte ich mehrere Farbb\u00e4der ansetzen, obwohl der erste Zug mit ca. 300% angesetzt war. F\u00fcr den dunkelsten Farbton habe ich dem 200%-Farbbad ein paar Kr\u00fcmel Eisenvitriol zugesetzt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inspiriert durch das F\u00e4rben der Zeltteile, mu\u00dfte ich mal wieder meinen Vorrat an wei\u00dfem Wollgarn angreifen. &nbsp; Bei der Bargellostickerei hatte ich schon das Problem, nicht genug Abstufungen desselben Farbtons zu haben. Auch bei floralen Mustern des 18. 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