{"id":1866,"date":"2012-07-29T00:30:58","date_gmt":"2012-07-28T23:30:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/?p=1866"},"modified":"2012-07-31T00:41:07","modified_gmt":"2012-07-30T23:41:07","slug":"grunderzeit-ballkleid","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/?p=1866","title":{"rendered":"Gr\u00fcnderzeit-Ballkleid"},"content":{"rendered":"<p>Da ich am Tageskleid nichts mehr machen kann, solange die Kn\u00f6pfe noch nicht da sind, fange ich mal so langsam mit dem Ballkleid an. Am Ballkleid selber kann ich noch nichts machen, weil mir daf\u00fcr noch der Futter-Chintz fehlt. Der cremefarbene Chintz, den ich f\u00fcr das Tageskleid verwendet hatte, neigt sich stark dem Ende zu und ist als Grundlage f\u00fcr einen leichten Seidentaft auch nicht stabil genug. Zur Erinnerung: Bis ins 20. Jh. hinein war das Futter nicht blo\u00df eine m\u00f6glichst d\u00fcnne, glatte Schicht, die verhindern sollte, da\u00df das Obergewand (Blazer, Rock) am Untergewand (Bluse, Strumpfhose) klebt, sondern eine solide, <a href=\"http:\/\/www.marquise.de\/de\/1900\/howto\/bluse.shtml\">auf Figur geschnittene Basis, auf die ein Oberstoff aufdrapiert wurde<\/a>.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nChintz ist derzeit offenbar scheu\u00dflich schwer zu bekommen, jedenfalls habe ich keine Quelle ergoogeln k\u00f6nnen; die \u00fcblichen Online-Stoffl\u00e4den haben auch nichts. Am Ende habe ich von einer Freundin einen Link bekommen, und selbst dieser Laden hatte nur noch 7m in zwei St\u00fccken \u00fcbrig und kriegt wohl nichts mehr nach. Immerhin war der Rest schwarz, also genau die Farbe, die f\u00fcr das Ballkleid ideal ist. Und w\u00e4hrend ich auf den Chintz warte&#8230;<!--more--><br \/>\n&nbsp;<br \/>\nMir fiel in den letzten Wochen siedendhei\u00df ein, da\u00df ich daf\u00fcr ja auch ein neues Hemd und einen Unterrock brauche. Wieso? Weil das Ballkleid stilistisch noch zur K\u00fcra\u00dfmode geh\u00f6rt, so da\u00df der vorhandene Tourn\u00fcren-Unterrock hinten zu weit und zu lang w\u00e4re. Und weil ein normales Hemd mit normalen Tr\u00e4gern unter dem tiefen, breiten Ausschnitt eines Ballkleides mehr als nur hervorblitzen w\u00fcrde. <!--more--><br \/>\n&nbsp;<br \/>\nAu\u00dferdem mu\u00df noch ein Arschkissen her, denn ein bi\u00dfchen stellen auch K\u00fcra\u00dfkleider nach hinten aus. Im Original (ganz aktuell in der Fashioning-Fashion-Ausstellung in Berlin) habe ich da eine Art Hintern-Sch\u00fcrze gesehen, die von oben bis unten mit Volants aus Ro\u00dfhaar besetzt ist. Einfacher w\u00e4re wahrscheinlich ein Kissen, \u00e4hnlich wie im 18. Jh., nur l\u00e4nger, breiter und flacher. Einfacher, weil Ro\u00dfhaar nicht im Laden um die Ecke zu finden ist, und das Ganze dann in Volants zu legen, ist wahrscheinlich auch recht m\u00fchsam. Au\u00dferdem sitzt es sich darauf besser. \ud83d\ude09 Um den Unterrock anpassen zu k\u00f6nnen, habe ich erstmal ein flaches Sofakissen an die Schneiderpuppe gepinnt.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nF\u00fcr die W\u00e4sche w\u00e4hlte ich einen Ballen feiner alter Baumwolle aus dem Fundus. Als Schnitt nahm ich den gleichen wie f\u00fcr das Tourn\u00fcrenkleid (TV 261), nur da\u00df ich die rechteckige Hinterbahn nicht 120 breit machte, wie f\u00fcr eine Tourn\u00fcre, sondern die knapp 80 cm, die der Stoff an Breite hat. Auf diese Weise kann ich alle N\u00e4hte kappen, indem ich einfach die Webkante auf den Stoff runterklappe und feststeppe, ohne l\u00e4stiges unter-falten. Au\u00dferdem entspricht die Saumweite fast exakt der L\u00e4nge des Streifens Lochspitze, den ich eigentlich f\u00fcr die Beinabschl\u00fcsse einer neuen Unaussprechlichen gedacht hatte. Abn\u00e4her absteppen, hinten Falten einlegen, Saum-Boden-Abstand justieren, Lochspitze unten dran und der Unterrock ist, bis auf Bund und Verschlu\u00df, praktisch fertig. Die Arbeit von max. zwei Stunden.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nDann das Hemd. In meinen B\u00fcchern von 1880 bis 1905 war h\u00f6chstens andeutungsweise etwas \u00fcber Hemden f\u00fcr unter Ballkleider zu finden. Der Ausschnitt mu\u00df logischerweise dem des Ballkleides entsprechen, die Tr\u00e4ger weit au\u00dfen und schmal genug, um unter denen des Kleides zu verschwinden, keine \u00c4rmel. Ich werde den Schnitt wohl selber entwerfen m\u00fcssen. Und was machen wir, wenn wir die Form kennen, aber keinen Schnitt haben? An der Schneiderpuppe drapieren. Ein bi\u00dfchen orientiere ich mich dabei an der Laughing-Moon-W\u00e4sche: Eine glatt sitzende, doppellagige Passe obenrum, und um die n\u00f6tige Weite herzukriegen, wird der Hauptteil eingereiht zwischen die Lagen geschoben. Der halbe Schnitt sieht dann so aus:<br \/>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-1866 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/?attachment_id=1871'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/hemdschnitt-vorderteil-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-1871\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1871'>\n\t\t\t\tVorderteil\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/?attachment_id=1872'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/hemdschnitt-rueckenteil-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-1872\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1872'>\n\t\t\t\tR\u00fcckenteil\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl>\n\t\t\t<br style='clear: both' \/>\n\t\t<\/div>\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da ich am Tageskleid nichts mehr machen kann, solange die Kn\u00f6pfe noch nicht da sind, fange ich mal so langsam mit dem Ballkleid an. 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