{"id":2062,"date":"2013-12-15T15:36:49","date_gmt":"2013-12-15T14:36:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/?p=2062"},"modified":"2016-02-22T21:44:01","modified_gmt":"2016-02-22T20:44:01","slug":"schnitt-von-einem-original-abnehmen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/?p=2062","title":{"rendered":"Schnitt von einem Original abnehmen: Abpausen"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Tage hatte ich eine jener Gelegenheiten, nach denen sich wohl jeder Kost\u00fcmer die Finger abschleckt: Ich durfte den Schnitt von einer originalen Schn\u00fcrbrust abnehmen. Leider fiel mir erst hinterher ein, da\u00df das ja eigentlich auch ein dokumentierw\u00fcrdiges Projekt ist, so da\u00df es vom Schnittabnehmen selbst keine Bilder gibt.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nWie nimmt man den Schnitt von einem Originalteil ab, ohne ihm Schaden zuzuf\u00fcgen? Bei den meisten Schn\u00fcrbr\u00fcsten ist das relativ einfach, weil man sie flach hinlegen kann. Auch die N\u00e4hte sind sehr oft schnurgerade. Das ist einfach. Die Sch\u00fcrbrust, die es mir angetan hatte, lie\u00df sich nicht flach auflegen: Die Schulterteile sind ausgesteift und so in Form gebracht, als ob sie sich um eine Schulter schmiegten. Und auf den Zaddeln sind kleine W\u00fclste befestigt.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\n<div id=\"attachment_2071\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/steifer-tr\u00e4ger.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2071\" src=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/steifer-tr\u00e4ger-300x250.jpg\" alt=\"Der Tr\u00e4ger steht vol allein\" width=\"300\" height=\"250\" class=\"size-medium wp-image-2071\" srcset=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/steifer-tr\u00e4ger-300x250.jpg 300w, http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/steifer-tr\u00e4ger.jpg 598w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2071\" class=\"wp-caption-text\">Der Tr\u00e4ger steht vol allein<\/p><\/div><\/p>\n<p><div id=\"attachment_2072\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/3d_vorlage.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2072\" src=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/3d_vorlage-300x210.jpg\" alt=\"Flach auflegen? Ein frommer Wunsch!\" width=\"300\" height=\"210\" class=\"size-medium wp-image-2072\" srcset=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/3d_vorlage-300x210.jpg 300w, http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/3d_vorlage.jpg 712w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2072\" class=\"wp-caption-text\">Flach auflegen? Ein frommer Wunsch!<\/p><\/div><br \/>\nMeine Methode sieht so aus: Einen dicken Packen gro\u00dfer Zeitungsseiten auf den Tisch legen, als Unterpolsterung. Darauf eine Lage sauberes Seidenpapier, damit keine Druckerschw\u00e4rze an das gute St\u00fcck kommt. Darauf die Schn\u00fcrbrust, die dort, wo es n\u00f6tig ist, von zerkn\u00fclltem Seidenpapier gest\u00fctzt wird. Dar\u00fcber wird ein St\u00fcck durchsichtiger Folie gelegt; besonders geeignet und g\u00fcnstig finde ich Malerfolie &#8222;extra stark&#8220; aus dem Baumarkt. Um das Objekt herum wird die Folie fixiert, indem man Stecknadeln schr\u00e4g in die Zeitungspapier-Unterlage steckt. Je d\u00fcnner die Unterlage, desto schr\u00e4ger: Der Kopf sollte nicht zu weit hervorstehen, damit man nicht mit dem \u00c4rmel die Nadel unbemerkt wieder herausrei\u00dft, und die Nadelspitze sollte den Untergrund nicht zerkratzen.<!--more--><br \/>\n&nbsp;<br \/>\nUpdate: Inzwischen kenne ich eine bessere Alternative zum Zeitungspapier als Unterlage, n\u00e4mlich Puzzlematten. Das sind diese Moosgummi-Matten mit gezahnten R\u00e4ndern, die man wie Puzzleteile ineinanderstecken kann. Es gibt sie in bunt f\u00fcr Kinder, aber auch f\u00fcr Gymnastik. Strickerinnen spannen darauf Strickst\u00fccke. Man kann \u00e4hnlich gut Stecknadeln hineinstecken wie in einen Teppich.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nUnd nun werden die Umrisse und Nahtlinien mit Folienstift durch die Folie gepaust. Dabei ist es wichtig, zuerst eine markante Ecke und eine m\u00f6glichst lange Linie abzuzeichnen, denn falls die Folie verrutscht &#8211; und bei nicht flach aufliegenden Objekten wird sie das tun -, hat man damit immer die M\u00f6glichkeit, die Folie neu auszurichten. Da\u00df die Folie verrutscht und oft nicht genau aufliegt, ist eines der Hauptprobleme. Das beste d\u00fcrfte es sein, mit dem Abzeichnen an einer Ecke anzufangen und mit der freien Hand die Folie behutsam auf das Objekt und um seine Rundungen herum anzudr\u00fccken, w\u00e4hrend man anzeichnet. Und dabei immer wieder auf die erste durchgepauste Ecke zu schauen, ob man auch nicht verrutscht ist.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nWenn man schon einmal ein Objekt von vor 1800 in der Rei\u00dfen hat, sollte man alle und jede Info mitnehmen, die man finden kann. Das bedeutet auch, den Schnitt von au\u00dfen <em>und<\/em> innen abzunehmen. Nicht immer, aber manchmal, ist der Nahtverlauf unterschiedlich. (Bei dieser Schn\u00fcrbrust war das nur an einer Stelle der Fall, wo die Borte, die die Naht von au\u00dfen verdeckt, ca. 7 mm neben der Naht im Futter angen\u00e4ht war.*) Au\u00dferdem ist die Wahrscheinlichkeit, da\u00df man verrutscht oder einer Nahtlinie nicht 100% folgen kann, relativ hoch. Da ist es dann hilfreich, wenn man gewisserma\u00dfen vier Kopien hat (rechte und linke H\u00e4lfte, jeweils innen und au\u00dfen) und diese miteinander abgleichen kann. Wobei man nicht vergessen darf, da\u00df es durchaus &#8222;legitim&#8220; ist, wenn die Nahtverl\u00e4ufe sich in allen vier unterscheiden, schlie\u00dflich wurden sie wahrscheinlich gesondert zugeschnitten, auf jeden Fall aber gesondert gen\u00e4ht.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\n<div id=\"attachment_2067\" style=\"width: 234px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/innen_vs_au\u00dfen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2067\" src=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/innen_vs_au\u00dfen-224x300.jpg\" alt=\"Die Abpausfolie  der Innenseite auf dem durchgeradelten Schnitt der Au\u00dfenseite: Vorn stimen sie \u00fcberein, hinten laufen sie auseinander.\" width=\"224\" height=\"300\" class=\"size-medium wp-image-2067\" srcset=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/innen_vs_au\u00dfen-224x300.jpg 224w, http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/innen_vs_au\u00dfen.jpg 448w\" sizes=\"auto, (max-width: 224px) 100vw, 224px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2067\" class=\"wp-caption-text\">Die Abpausfolie  der Au\u00dfenseite auf dem durchgeradelten Schnitt: Vorn stimen sie \u00fcberein, hinten laufen sie auseinander.<\/p><\/div><br \/>\n&nbsp;<br \/>\nJede sich bietende Info mitnehmen hei\u00dft auch: Fadenlauf, Verlauf und Breite der Stabtunnel, St\u00fcckeln\u00e4hte, Stichart der N\u00e4hte, Materialien. Wo auch immer eine Naht aufgegangen oder der Stoff durchgerieben ist, sollte man versuchen, einen Blick ins Innere zu werfen. Gerade bei einer Schn\u00fcrbrust ist ja interessant, woraus die Basislagen gemacht sind. Bei diesem speziellen Teil w\u00e4re es spannend gewesen, zu erfahren, wie die Schultertr\u00e4ger versteift sind, aber ausgerechnet da waren keine Sch\u00e4den.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nImmerhin wei\u00df ich jetzt, da\u00df das gelbliche Einfa\u00dfband urspr\u00fcnglich mal dunkel-altrosa war, nur wenig heller als der Oberstoff. Wahrscheinlich waren auch die Borten auf den N\u00e4hten farblich auf den Oberstoff abgestimmt, so da\u00df sich ein v\u00f6llig anderes Gesamtbild ergab als bei kontrastierenden Borten. Eine wichtige Info, die ich nur bekam, weil ich das ganze Trumm detailliert nach Besch\u00e4digungen absuchte und eine Stelle fand, wo sich das Einfa\u00dfband abgel\u00f6st hatte, so da\u00df ich seine lichtgesch\u00fctzte Innenseite sehen konnte.<\/p>\n<p>*) Nachtrag: Bei der Weiterverarbeitung wurde klar, da\u00df Oberstoff und Futter sich viel st\u00e4rker unterscheiden, siehe sp\u00e4tere Eintr\u00e4ge. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Tage hatte ich eine jener Gelegenheiten, nach denen sich wohl jeder Kost\u00fcmer die Finger abschleckt: Ich durfte den Schnitt von einer originalen Schn\u00fcrbrust abnehmen. 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