{"id":2312,"date":"2016-01-07T19:56:39","date_gmt":"2016-01-07T18:56:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/?p=2312"},"modified":"2016-04-22T10:55:41","modified_gmt":"2016-04-22T09:55:41","slug":"ein-geldstrumpf-des-19-jh-vorbereitungen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/?p=2312","title":{"rendered":"Ein Geldstrumpf des 19. Jh.: Vorbereitungen"},"content":{"rendered":"<p>Vor allem aus dem mittleren 19. Jh. haben sich viele Geldstr\u00fcmpfe (aka Geldkatzen) erhalten, die meistens geh\u00e4kelt sind und oft mit eingearbeiteten Stahlperlen verziert. Ich liebe Stahlperlen und \u00fcberhaupt Zierobjekte aus facettiertem Stahl! Seit ich das Seidengarn in knopflochseidenst\u00e4rke beim <a href=\"http:\/\/www.das-wollschaf.de\">Wollschaf<\/a> gefunden und daraus ein Schirmdach gestrickt hatte, wollte ich unbedingt mal einen Geldstrumpf daraus stricken, zumal meine antiken Teile zu klein zum benutzen sind: Mehr als zwei Finger passen nicht hinein, und selbst dann besteht die Gefahr, da\u00df die Seide rei\u00dft. Und dann haben die Stahlperlen an der einen auch noch Rost.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Da\u00df das Garn naturgef\u00e4rbt sein mu\u00dfte, war klar. Dunkelblau oder Dunkelrot? Aus irgendeinem Grund entschied ich mich f\u00fcr Rotholz. Das habe ich wohl \u00fcberdosiert, denn die Farbe wurde wie bei diesen tonnenschweren Weinen, die nicht umsonst vino tinto hei\u00dfen. Was eigentlich nicht verkehrt war, aber nach dem tausendsiebzigsten Sp\u00fclgang, als das Wasser nur noch schwach rosa war, \u00e4hnelte die Farbe eher einem deutschen Trollinger von vor dem Klimawandel, mit einem allzu starken Schu\u00df Magenta. Ich habe dann mit schwach dosiertem Krapp \u00fcberf\u00e4rbt, dann war die Farbe richtig: wie frisches Blut.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/tmp_13419-20160109_1257251954193137.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/tmp_13419-20160109_1257251954193137-300x296.jpg\" alt=\"tmp_13419-20160109_1257251954193137\" width=\"300\" height=\"296\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-2315\" srcset=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/tmp_13419-20160109_1257251954193137-300x296.jpg 300w, http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/tmp_13419-20160109_1257251954193137.jpg 967w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Stahlperlen, egal ob facettiert oder glatt, Edelstahl oder rostend, werden offenbar gar nicht mehr produziert, und auch keine, die so aussehen als ob. Es ist auch nahezu unm\u00f6glich, im deutschsprachigen Internet eine Suchanfrage zu stellen, mit der man das Richtige findet. Leichter geht es mit englisch &#8222;cut steel beads&#8220;; auf diese Weise fand ich immerhin silberfarbene Rocaillen in der richtigen (sehr kleinen) Gr\u00f6\u00dfe &#8211; auch die ist eine Herausforderung, denn im 19. Jh. hat man mit Garn- und Nadelst\u00e4rken gestrickt, die heutigen StrickerInnen eher Angst machen, und so sind auch die heutigen Perlen im Vergleich ziemlich plump. Mit dem Markennamen der Rocailles h\u00e4tte ich dann nochmal deutsche H\u00e4ndler abgesucht, jedoch fand die Suchmaschine auch Hits auf Etsy&#8230; und siehe, dort findet man mit &#8222;Victorian cut steel beads&#8220; das echte Zeug. Manchmal jedenfalls. <\/p>\n<div id=\"attachment_2317\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/tmp_13419-20160109_125748-1304364733.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2317\" src=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/tmp_13419-20160109_125748-1304364733-300x163.jpg\" alt=\"So wurden Perlen fr\u00fcher mal verkauft. Ca. 1200 St\u00fcck in einem B\u00fcschel.\" width=\"300\" height=\"163\" class=\"size-medium wp-image-2317\" srcset=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/tmp_13419-20160109_125748-1304364733-300x163.jpg 300w, http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/tmp_13419-20160109_125748-1304364733-1024x556.jpg 1024w, http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/tmp_13419-20160109_125748-1304364733.jpg 1190w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2317\" class=\"wp-caption-text\">So wurden Perlen fr\u00fcher mal verkauft. Ca. 1200 St\u00fcck in einem B\u00fcschel.<\/p><\/div>\n<p>Das alles lag dann erstmal eine Weile herum und reifte.<\/p>\n<p>Die Logik und die B\u00fccher sagen \u00fcbereinstimmend, da\u00df vor dem stricken alle ben\u00f6tigten Perlen auf das Garn gef\u00e4delt werden m\u00fcssen. Wie macht man das, wenn das Loch etwa den gleichen Durchmesser hat wie das Garn? Wenn also kein Nadel\u00f6hr, das gro\u00df genug f\u00fcr das Garn ist, zusammen mit 2 Enden dieses Garns hindurchpa\u00dft? Ich dachte daran, einen sehr d\u00fcnnen Draht in ein Ende des Garns hineinzuflechten, aber das scheiterte an der hartn\u00e4ckig anhaltenden Abwesenheit geeigneten Drahtes.<br \/>\nDie L\u00f6sung: Ein Ende mit Sekundenkleber einstreichen. Dadurch wuchs der Durchmesser des Garns, so da\u00df ich mit einer Nagelfeile wieder etwas abschleifen mu\u00dfte, aber dann hatte ich eine hinreichend harte und d\u00fcnne Spitze. Sp\u00e4ter habe ich dazugelernt: Das Garn war 2fach gezwirnt; einen der beiden Str\u00e4nge habe ich vor dem einleimen entfernt. Die Spitze sollte auch nicht zu lang sein. 3 cm ist das Maximum.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/tmp_13419-20160109_125835-2103776604.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/tmp_13419-20160109_125835-2103776604-300x262.jpg\" alt=\"tmp_13419-20160109_125835-2103776604\" width=\"300\" height=\"262\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-2318\" srcset=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/tmp_13419-20160109_125835-2103776604-300x262.jpg 300w, http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/tmp_13419-20160109_125835-2103776604-1024x894.jpg 1024w, http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/tmp_13419-20160109_125835-2103776604.jpg 1082w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor allem aus dem mittleren 19. 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