{"id":513,"date":"2010-06-16T23:15:57","date_gmt":"2010-06-16T22:15:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/?p=513"},"modified":"2010-06-18T12:35:03","modified_gmt":"2010-06-18T11:35:03","slug":"gelb-gelb-gelb-sind-alle-meine-kleider","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/?p=513","title":{"rendered":"Gelb, gelb, gelb sind alle meine Kleider"},"content":{"rendered":"<p>Ich Depp h\u00e4tte mal ausrechnen sollen, wieviel meine F\u00e4rbet\u00f6pfe fassen &#8211; einfach genug ist es ja: Durchmesser in Dezimetern mal Pi, multipliziert mit H\u00f6he in Dezimetern, ergibt das Volumen in Litern. Das sind bei meinen T\u00f6pfen gerade mal 10 bzw. 15 Liter.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nDa\u00df die T\u00f6pfe recht klein sind, war mir schon klar. Deshalb wollte ich nach dem Zwiebelschalen-Experiment lieber im 100-Liter-Waschkessel f\u00e4rben, den ich aber, wie gesagt, momentan nicht befeuern kann: <!--more-->Das Abgasloch ist gerade mal 50 cm von einer Hauswand entfernt; die Nachbnarn w\u00fcrden mich lynchen. Aber eine Kaltf\u00e4rbung m\u00fc\u00dfte doch gehen, und mit Walnu\u00dfschalen soll man kalt f\u00e4rben k\u00f6nnen. Also weichte ich ca. 600 g getrocknete, geschnittene Schalen (f\u00fcr die gleiche Menge Wolle) \u00fcber Nacht ein, kippte das Ganze zu einigen K\u00fcbelvoll klaren Wassers in den Waschkessel und legte die Wolle ein. Das Rezept sprach von 48 Std. F\u00e4rbezeit.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/nocciolabacio.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/nocciolabacio-150x150.jpg\" alt=\"Die helle und die &quot;dunkle&quot; Walnu\u00dff\u00e4rbung.\" title=\"nocciolabacio\" width=\"150\" height=\"150\" class=\"size-thumbnail wp-image-539\" \/><\/a><br \/>\nDa die H\u00e4lfte der Wolle nur hellbraun werden sollte, nahm ich sie nach 24 Std. raus. Die resultierende Farbe war genau so, wie ich sie haben wollte: Wie Haselnu\u00dfeis (nocciola). Wegen des warmen Wetters hatte der Sud mittlerweile zu g\u00e4ren angefangen. Nach weiteren 24 Std. war die restliche Wolle leider nicht, wie erwartet, dunkelbraun (chioccolata), sondern eher mittel (bacio). Wom\u00f6glich war ich durch die zuvor allzu kleinen T\u00f6pfe so gesch\u00e4digt, da\u00df ich diesmal mit der Wassermenge allzu gro\u00dfz\u00fcgig war: In einem 100-Liter-Kessel verlieren sich 20, 30 Liter F\u00e4rbesud wie Roh\u00f6l im Golf von Mexiko. Ich versuchte eine \u00dcberf\u00e4rbung mit einem Restbestand gemahlener Walnu\u00dfschale (100 g) in ca. 15 L hei\u00dfen Wassers (k\u00f6nnte ja sein, da\u00df eine Hei\u00dff\u00e4rbung besser geht als eine Kaltf\u00e4rbung) und lie\u00df die Wolle ca. 20 Std. im erkaltenden Sud. Die Wolle ist noch nicht trocken, so da\u00df das letzte Wort nicht gesprochen ist, aber ich glaube nicht, da\u00df es viel gebracht hat.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nAus dem Zwiebelsud war ein 3-Meter-St\u00fcck leichten Wollstoffs ziemlich fleckig rausgekommen, was im Nachhinein nicht weiter \u00fcberraschend ist, da der Topf so viel kleiner war als gedacht. Ich hielt es f\u00fcr m\u00f6glich, da\u00df Stoff nur eine bestimmte Menge an Farbe aufnehmen kann, d.h. wenn ich den fleckigen Stoff noch einmal mit Zwiebel \u00fcberf\u00e4rbte, w\u00fcrden die dunkleren Partien vielleicht keine oder nur wenig zus\u00e4tzliche Farbe annehmen, die helleren Partien aber mehr, so da\u00df es sich ausgliche. Zwiebelf\u00e4rbungen sollen aber hei\u00df sein&#8230;<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nDa sich gezeigt hatte, da\u00df hei\u00dfer Sud im Waschkessel ziemlich gut die Temperatur h\u00e4lt, wagte ich ein neues Experiment: Der 15-Liter-Topf wurde randvoll mit Zwiebelschalen gef\u00fcllt und hei\u00df aufgegossen. W\u00e4hrend der Sud zog, f\u00fcllte ich den Waschkessel etwa halbvoll mit hei\u00dfem (~60\u00b0) Wasser. Dann go\u00df ich den Zwiebelsud dazu und legte den Stoff sowie 100g alaungebeizter, naturfarbener Wolle ein. Letztere sollte sp\u00e4ter mit Indigo \u00fcberf\u00e4rbt werden, um ein ordentlich knackiges Gr\u00fcn zu erhalten. Als ich aber nach einigen Minuten die Wolle herauszog, hatte sie ein so strahlendes und gleichm\u00e4\u00dfiges Kaisergelb angenommen, da\u00df es ein Frevel w\u00e4re, es zu \u00fcberf\u00e4rben. Der fleckige Stoff blieb gut eine Stunde im Sud, der in dieser Zeit um gerade mal 5\u00b0C abk\u00fchlte (von knapp 60 auf gute 50\u00b0), und war am Ende zwar noch immer fleckig, aber weitaus weniger als zuvor. Wir merken uns: <strong>1. Hei\u00dff\u00e4rbungen im Waschkessel sind auch ohne Feuer m\u00f6glich, 2. \u00dcberf\u00e4rben mit der gleichen Farbe kann zumindest ein bi\u00dfchen was bringen.<\/strong><br \/>\n&nbsp;<br \/>\nDa\u00df die Flotte die Temperatur so gut h\u00e4lt, macht Hoffnung f\u00fcr die kommende Krappf\u00e4rbung, die vielleicht auch ohne Unterfeuerung auskommt, was dem Nachbarschaftsfrieden zutr\u00e4glicher w\u00e4re als das beste Ofenrohr.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nInzwischen habe ich mit dem Sticken angefangen, am unteren Ende eines \u00c4rmels: Die Umrandungen aus zugekauftem dunkelblauem, indigogef\u00e4rbtem Garn, die Innenfl\u00e4chen aus der mintfarbenen Stockrosenf\u00e4rbung. Im Foto h\u00e4ngen noch Reste des Stickvlieses (wei\u00df) in schwer zug\u00e4nglichen Ecken. Das Stickgarn ist 20\/2er Wolle, doppelt genommen und im Spaltstich verstickt.<br \/>\n<div id=\"attachment_540\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/aermelstickerei1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-540\" src=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/aermelstickerei1-150x150.jpg\" alt=\"Stickerei am Manschettenende, mit Resten von Stickvlies\" title=\"aermelstickerei\" width=\"150\" height=\"150\" class=\"size-thumbnail wp-image-540\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-540\" class=\"wp-caption-text\">Stickerei am Manschettenende, mit Resten von Stickvlies<\/p><\/div><br \/>\nA propos Mint: Bilder der Stockrosenf\u00e4rbung fehlten noch. Bitte sehr:<br \/>\n<div id=\"attachment_542\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/mintmai.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-542\" src=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/mintmai-150x150.jpg\" alt=\"Stockrosenf\u00e4rbung: H\u00e4tte blau werden sollen. Merkt man, oder?\" title=\"mintmai\" width=\"150\" height=\"150\" class=\"size-thumbnail wp-image-542\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-542\" class=\"wp-caption-text\">Stockrosenf\u00e4rbung: H\u00e4tte blau werden sollen. Merkt man, oder?<\/p><\/div><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich Depp h\u00e4tte mal ausrechnen sollen, wieviel meine F\u00e4rbet\u00f6pfe fassen &#8211; einfach genug ist es ja: Durchmesser in Dezimetern mal Pi, multipliziert mit H\u00f6he in Dezimetern, ergibt das Volumen in Litern. 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