{"id":52,"date":"2007-04-16T00:53:41","date_gmt":"2007-04-15T23:53:41","guid":{"rendered":"http:\/\/contouche.de\/projektblog\/?p=52"},"modified":"2007-04-16T00:55:43","modified_gmt":"2007-04-15T23:55:43","slug":"ein-trachtenmieder-19-jh","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/?p=52","title":{"rendered":"Ein Trachtenmieder, 19. Jh."},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr die Veranstaltung in zwei Wochen, f\u00fcr die auch das Tourn\u00fcrenkleid fertig werden mu\u00dfte, brauche ich auch noch ein Trachtenmieder. Ich kann ja nicht einganzes Wochenende lang in dem einen Tourn\u00fcrenkleid herumlaufen \u2013 schon gar nicht, wenn ich mal Feuer sch\u00fcren und kochen will.<\/p>\n<p>Da ich keine &#8222;einfache&#8220; Kleidung f\u00fcrs 19. Jh. habe und die Zeit nicht reicht, eine zu machen, ist meine Idee, die einfache 18.-Jh.-Klamotte zu nehmen (Hemd, Rock, Sch\u00fcrze, Fichu) und sie mit einem Trachtenmieder im Stil des 19. Jh. zu kombinieren. Dann noch eine Riegelhaube dazu, und voil\u00e0! eine einfache Variante der M\u00fcnchner Tracht.<\/p>\n<p>Da es schnell gehen mu\u00df und ich keine Festtagstracht will, nehme ich, was ich im Stoffvorrat habe: Grobes Bauernleinen f\u00fcr die innere Lage, schwarzes Leinen als Oberstoff und karierte Ex-Bettw\u00e4sche als Futter. Auf eine Gelegenheit, ein kariertes Futter zu machen, habe ich schon lange gelauert. Normalerweise wird der Verschlu\u00df mit drei Haken und drei Ketten gemacht, aber die habe ich nicht und bezweifle, da\u00df ich rechtzeitig welche bekomme. Also mache ich eine Schn\u00fcrung. Das ist die fr\u00fchere Variante.<\/p>\n<p>Der <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.marquise.de\/en\/ethno\/bayern\/schnitt_mieder1.gif\">Schnitt<\/a> ist denkbar einfach und schnell auf eine andere Gr\u00f6\u00dfe angepa\u00dft.  Das Zuschneiden war also in einer halben Stunde erledigt.<\/p>\n<p>Dann habe ich Oberstoff und Innenlage glatt aufeinander festgeheftet und auf der Innenseite die Vorzeichnung f\u00fcr die St\u00e4be gemacht. Bleistift brachte es auf dem groben Leinen nicht, aber mit Kugelschreiber ging es ganz gut. Sp\u00e4ter wird man das sowieso nicht mehr sehen.<\/p>\n<p><a class=\"imagelink\" title=\"Anzeichnung innen\" href=\"http:\/\/contouche.de\/wp-content\/uploads\/2007\/04\/anzeichnung.jpg\"><img decoding=\"async\" align=\"left\" title=\"Anzeichnung innen\" id=\"image53\" alt=\"Anzeichnung innen\" src=\"http:\/\/contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2007\/04\/anzeichnungVorschaubild.jpg\" \/><\/a>Schon ging es los mit dem Heften der Tunnel: Einmal die hintere Mitte entlang, dann auf jeder Seite davon so breit, da\u00df ein Plastik- oder Metall-Fischbeinstab hineinpa\u00dft. Dann die gebogenen Tunnel f\u00fcr die Peddigrohr-St\u00e4be. Als erstes habe ich die beiden Stofflagen nochmal entlang der Anzeichnung festgesteckt, weil die Stoffe sich leicht verziehen. Dann n\u00e4hte ich mit schwarzem Leinengarn mit Vorstich die Linie entlang.<\/p>\n<p>Zuerst versuchte ich, zuerst den Tunnel zu n\u00e4hen und dann den Stab einzuschieben, weil man (a) mehrfach auf- und abstechen kann, solange der Stoff sich noch biegen l\u00e4\u00dft, und (b) sich die Teile insgesamt besser verarbeiten lassen, solange sie nicht versteift sind. Aber leider sind beide Leinenstoffe so locker gewebt, da\u00df die Spitzen der St\u00e4be sich st\u00e4ndig im Stoff verhaken und versuchen, nach au\u00dfen durchzustechen. Das nachtr\u00e4gliche Einschieben der St\u00e4be erwies sich somit als m\u00fchsamer als die Alternative:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" align=\"left\" title=\"Stab einlegen\" id=\"image54\" alt=\"Stab einlegen\" src=\"http:\/\/contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2007\/04\/stab_einlegenVorschaubild.jpg\" \/>Linie 1 n\u00e4hen, Stab abl\u00e4ngen und an die Linie dr\u00fccken, mit Nadeln fixieren, Linie 2 dicht am Stab n\u00e4hen. Dabei kann man zwar immer nur einen Stich auf einmal machen, aber es geht allemal schneller.<\/p>\n<p>Nach ca. 16 Stunden Akkordn\u00e4hen war das R\u00fcckenteil fertig. Da das Peddigrohr aufgewickelt war, verzog es die Stoffteile in alle M\u00f6glichen Richtungen. Also tunkte ich das fertige Teil in Wasser, bis das Rohr durchfeuchtet und somit biegsam war. Dann legte ich es auf einem Handtuch auf einem dicken Teppich aus, spannte es auf und befestigte es so mit Nadeln, die ich in den Teppich jagte. Ein Handtuch dr\u00fcber, und darauf ein Stapel schwerer B\u00fccher. So blieb es \u00fcber Nacht.<\/p>\n<p>Die Vorderteile dauerten noch einmal so lange. Auf dem Bild unten sieht man, glaube ich, ganz gut, wie verzogen ein Teil vor dem pressen ist.<\/p>\n<p><a class=\"imagelink\" title=\"verzogen\" href=\"http:\/\/contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2007\/04\/verzogen.jpg\"><img decoding=\"async\" id=\"image55\" alt=\"verzogen\" src=\"http:\/\/contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2007\/04\/verzogenVorschaubild.jpg\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr die Veranstaltung in zwei Wochen, f\u00fcr die auch das Tourn\u00fcrenkleid fertig werden mu\u00dfte, brauche ich auch noch ein Trachtenmieder. 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