{"id":645,"date":"2010-07-08T23:48:46","date_gmt":"2010-07-08T22:48:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/?p=645"},"modified":"2010-07-21T17:23:59","modified_gmt":"2010-07-21T16:23:59","slug":"cochenille","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/?p=645","title":{"rendered":"Cochenille"},"content":{"rendered":"<p>Vor einer halben Ewigkeit hatte ich mit <a href=\"http:\/\/www.marquise.de\/de\/1700\/kosmetik_4.shtml\">200 Jahre alten Kosmetik-Rezepten experimentiert<\/a> und aus dieser Zeit noch ganze Cochenille-L\u00e4use und Zinn(II)chlorid (=Zinnchlor\u00fcr) \u00fcbrig. Ein paar Str\u00e4nge Wolle waren auch noch \u00fcbrig. War ja klar, was kommen mu\u00dfte. Gelb, Oliv oder Schmutzigbraun f\u00e4rbt jedes zweite Unkraut, aber klares Rot (Krapp), Blau (Indigo) und Violett bzw. Scharlach (Cochenille) zu f\u00e4rben, das ist wirklich spannend.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nIch hatte einmal ein Buch aus dem 19. Jh. gelesen, in dem es hie\u00df, man k\u00f6nne auf einem St\u00fcck Stoff verschiedene Rott\u00f6ne erzeugen, indem man den Stoff mit verschiedenen Beizen bedruckte &#8211; u.a. mit Alaun, Zinnchlor\u00fcr und Eisenvitriol. Das Buch bezog sich auf Krapp, aber&#8230; Ich beizte die drei verbliebenen Wollstr\u00e4nge mit eben diesen Beizen (Alaun ca. 10%, Zinn ca. 4% und Eisenvitriol ca. 4%)<!--more--> und wusch sie danach aus, weil ich gelesen hatte, da\u00df \u00dcbersch\u00fcsse an Beize sich vom Stoff l\u00f6sen, sich mit dem Farbstoff verbinden und als Farblack ausfallen, so da\u00df der so gebundene Farbstoff sich nicht mehr an den Stoff anlagern kann. Leider habe ich die alaun- und die zinngebeizte Wolle sp\u00e4ter durcheinandergebracht. Die eisengebeizte war hingegen leicht wiederzuerkennen, weil sie im Beizbad eine hellorange Farbe annahm. Obenrein roch sie nach metallisch. Rostige Wolle&#8230;<br \/>\n<div id=\"attachment_668\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/eisenbeize.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-668\" src=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/eisenbeize-300x224.jpg\" alt=\"Wolle im Eisenvitriol-Beizbad\" title=\"eisenbeize\" width=\"300\" height=\"224\" class=\"size-medium wp-image-668\" srcset=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/eisenbeize-300x224.jpg 300w, http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/eisenbeize.jpg 667w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-668\" class=\"wp-caption-text\">Wolle im Eisenvitriol-Beizbad<\/p><\/div><br \/>\n&nbsp;<br \/>\nDen Rezepten zufolge, die ich im Internet fand, ist Cochenille \u00e4hnlich ergiebig wie Indigo. Ich zermahlte also in einem M\u00f6rser ca. 30 g (=10%) L\u00e4use.<br \/>\n<div id=\"attachment_651\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/cochenille_ganz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-651\" src=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/cochenille_ganz-150x150.jpg\" alt=\"Cochenillel\u00e4use vor dem Zermahlen\" title=\"cochenille_ganz\" width=\"150\" height=\"150\" class=\"size-thumbnail wp-image-651\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-651\" class=\"wp-caption-text\">Cochenillel\u00e4use vor dem Zermahlen<\/p><\/div>&nbsp;<div id=\"attachment_652\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/cochenille_mahlend.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-652\" src=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/cochenille_mahlend-150x150.jpg\" alt=\"Die L\u00e4use werden beim Zermahlen schon ziemlich rot\" title=\"cochenille_mahlend\" width=\"150\" height=\"150\" class=\"size-thumbnail wp-image-652\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-652\" class=\"wp-caption-text\">Die L\u00e4use werden beim Zermahlen schon ziemlich rot<\/p><\/div><br \/>\n&nbsp;<br \/>\nDie zermahlenen L\u00e4use \u00fcbergo\u00df ich mit einigen Litern warmen Wassers, lie\u00df sie \u00fcber nacht stehen und erhitzte sie am n\u00e4chsten Tag kurz bis zum sieden. Dann go\u00df ich so viel hei\u00dfes (ca. 60\u00b0) Wasser auf, da\u00df sich ein Sud von ca. 7-8 Litern ergab, und legte die drei Wollstr\u00e4nge ein. Hin und wieder r\u00fchrte ich um, aber im gro\u00dfen und ganzen lie\u00df ich die Wolle einfach mit dem Sud ausk\u00fchlen. Nach ca. 1 Std. nahm ich die Wolle heraus, sp\u00fclte sie mehrfach, h\u00e4ngte sie in die Sonne zum trocknen &#8211; und weil ich das Gef\u00fchl hatte, da\u00df der Restsud noch Potential hatte, warf ich noch einen Strang fleckiger Krapp-Indigo-\u00dcberf\u00e4rbung und einen Strang alaungebezter Wolle hinein, der sich noch gefunden hatte, und w\u00e4rmte das Ganze noch einmal auf. Ich glaube, da\u00df die Krapp-\u00dcberf\u00e4rbungen dadurch etwas harmonischer wurden.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nIm folgenden Bild wird nicht deutlich genug, wie sehr sich die Farbt\u00f6ne der alaun- und der zinngebeizten Wolle unterscheiden &#8211; die eine hat die Farbe noch nicht ganz reifer Himbeeren, die andere die Farbe \u00fcberreifer Himbeeren. Wie gesagt wei\u00df ich nicht mehr, welche davon die Zinn- und welche die Alanbeize abbekommen hat. Im Bild von links nach rechts: Zweiter Zug (Alaun), erster Zug (Zinn und Alaun), erster Zug (Eisenvitriol, sieht im Foto dunkelgrau aus, ist aber dunkelpurpur).<br \/>\n<div id=\"attachment_656\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/cochenille_ergebnis.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-656\" src=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/cochenille_ergebnis-300x152.jpg\" alt=\"Ergebnis der Cochenille-F\u00e4rbung\" title=\"cochenille_ergebnis\" width=\"300\" height=\"152\" class=\"size-medium wp-image-656\" srcset=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/cochenille_ergebnis-300x152.jpg 300w, http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/cochenille_ergebnis.jpg 985w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-656\" class=\"wp-caption-text\">Ergebnis der Cochenille-F\u00e4rbung<\/p><\/div><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einer halben Ewigkeit hatte ich mit 200 Jahre alten Kosmetik-Rezepten experimentiert und aus dieser Zeit noch ganze Cochenille-L\u00e4use und Zinn(II)chlorid (=Zinnchlor\u00fcr) \u00fcbrig. 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