{"id":716,"date":"2010-08-12T22:52:16","date_gmt":"2010-08-12T21:52:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/?p=716"},"modified":"2011-04-11T22:41:58","modified_gmt":"2011-04-11T21:41:58","slug":"krapp-auf-leinen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/?p=716","title":{"rendered":"Krapp auf Leinen"},"content":{"rendered":"<p>Nun also der Versuch, das Leinen dreifach zu beizen: Erst mit Alaun (ca. 15%) und Soda, dann mit Gerbs\u00e4ure und dann wieder mit Alaun und Soda.<br \/>\nWoher aber die Gerbs\u00e4ure nehmen? In Tee ist bekannt lich viel drin, aber der macht braun. Eichenrinde und Walnu\u00dfschalen dito. Essigbaum k\u00f6nnte gehen&#8230; Ich erntete also die Bl\u00e4tter eines verwilderten Essigbaums ab und beizte das Leinen darin. Leider habe ich vergessen, ein Foto davon zu machen, wie das Leinen danach aussah: Scheu\u00dflich. Ein kr\u00e4nkliches, fleckiges Gr\u00fcnlichgelb. Gottseidank ging das meiste davon beim Waschen wieder raus, und die Flecken waren nach dem F\u00e4rben nicht mehr zu sehen. *puh*<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nUns so sieht dreifach bebeiztes Leinen nach der Krappf\u00e4rbung aus &#8211; im Hintergrund zum Vergleich das einfach gebeizte: <!--more--><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/krappleinen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/krappleinen-300x180.jpg\" alt=\"Krappgef\u00e4rbtes Leinen: Rechts im Original, links durch Auskochen in Seifenwasser &quot;gesch\u00f6nt&quot;\" title=\"krappleinen\" width=\"300\" height=\"180\" class=\"size-medium wp-image-717\" srcset=\"http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/krappleinen-300x180.jpg 300w, http:\/\/www.contouche.de\/projektblog\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/krappleinen.jpg 833w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Aktion war also durchaus erfolgreich, auch wenn das Ergebnis noch lange kein T\u00fcrkischrot ist. Es bleibt aber auch festzuhalten, da\u00df dreimaliges Beizen, gefolgt von dreimaligem Waschen, ein ganz sch\u00f6n hoher Aufwand ist. Obendrein mu\u00df die F\u00e4rbeflotte mit etwa doppelt so viel Krapp angesetzt werden wie beim F\u00e4rben von Wolle.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nDamit d\u00fcrfte klar sein, da\u00df buntes Leinen in leuchtenden Farben f\u00fcr alles vor dem mittleren 19. Jahrhundert, also vor Erfindung der chemischen Farben, mit allergr\u00f6\u00dfter Vorsicht einzusetzen ist: Es war zwar technisch m\u00f6glich, aber so aufwendig, da\u00df solche Stoffe ziemlich teuer gewesen sein d\u00fcrften. Nicht umsonst war T\u00fcrkischrot im 18. Jh. hei\u00df begehrt und die Technik, solches zu F\u00e4rben, ein wohlgeh\u00fctetes Geheimnis. Nur Braun (Walnu\u00df, Eichen- und andere Rinden) und Blau (Waid, Indigo) w\u00e4ren f\u00fcr einfaches Volk erschwinglich gewesen, und letzteres auch wieder nur in Ma\u00dfen.<\/p>\n<p>P.S. Ich verga\u00df zu erw\u00e4hnen, warum sich die zwei Streifen im Bild unterscheiden. Der bl\u00e4ulichere davon wurde in Seifenlauge ausgekocht (siehe voriger Beitrag in dieser Kategorie), der andere ist &#8222;natur&#8220;. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun also der Versuch, das Leinen dreifach zu beizen: Erst mit Alaun (ca. 15%) und Soda, dann mit Gerbs\u00e4ure und dann wieder mit Alaun und Soda. Woher aber die Gerbs\u00e4ure nehmen? 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