Ein neues Zelt: Materialberechnungen

Den Stoffverbrauch habe ich ja schon im vorigen Beitrag berechnet. Mit Nahtzugaben sind das 12 x 2,15 m für die Wände und knapp 6 x 2,15 m fürs Dach, dazu etwa 70 x 70 cm der einen oder anderen Leinernsorte für die Fensterklappen. D.h. wenn man die Wandteile, die der Toledo-Ballen nicht hergibt, aus Toscana schneidet, und diese beiden Ballen aktuell bei Boesner einkauft, sind das schon mal fast 450 Euro Materialkosten.
 
Hinzu kommen die Leinenbänder, die auf die Nähte gesetzt werden: einmal 12 Meter an der Oberkante der Wände entlang, dazu achtmal senkrecht an den Wänden, macht ca. 28 Meter, sofern man die Bänder nicht auch auf die Dach-Nähte setzen will, was bei den vier längsten Schrägen knapp 10 Meter ausmacht und bei den Nähten zwischen den Mittel- und Seitenteilen des Daches nochmal zusammen 10 m. Insgesamt also knapp 50 Meter, die, bei Reenactors gekauft, auf 53 € kämen. Dazu noch Gurtband, das entlang der Unterkante des Daches und der Wände angesetzt wird, also knapp 25 m zu 40 €.
 
Für die Haken und Ösen, mit denen die Wände ans Dach gehakt werden und die Türöffnungen an die Seiten, ist Bronze- oder zumindest Messingdraht nötig (Eisen würde rosten, Kupfer wäre evtl zu weich – aber das denke ich mir nur so). Geschätzt 15 cm für einen Haken und 8 cm für eine Öse, macht zusammen 23 cm. Pro Zeltbahn (1 m) sieben Haken im Abstand von ca. 12,5 cm sowie 8 pro Verschluß, d.h. bei zwei “Türen” 32 Stück. Mit etwas Zugabe ergibt das 30 Meter Bronzedraht, was ca. 60-70 € kommt.
 
Dann die Zeltstangen: Für die Steher zwölf Rundstangen mit 30 mm Durchmesser à 2 Meter Länge aus dem Baumarkt kommen auf ca. 120 €. Es wäre vielleicht billiger (und authentischer), Viereckstangen mit quadratischem Querschnitt zu kaufen und auf achteckig zu hobeln, aber anders als Rundstangen haben Viereckstangen recht oft fiese Astlöcher, die beim hobeln Probleme bereiten und evtl. später der Stabilität schaden. Sofern man nicht eine Hobelmaschine hat, kommt man mit Rundstangen im Endeffekt doch billiger weg.
 
Muß man die Zeltstangen zerlegbar machen, um sie transportieren zu können, werden pro Stange nochmal je ca. 25 cm Messingrohr mit Außendurchmesser 30 mm nötig. Kupfer und Bronze gehen auch, aber Messing ist viel leichter zu finden. Auch größere Außendurchmesser sind möglich, sofern der Innendurchmesser max. 30 mm beträgt (=Durchmesser der Steher). Hat das Rohr einen Außendurchmesser von 30, muß man bei jeder Stangenhälfte ca. 2 mm Dicke auf je 12,5 cm Länge abraspeln. Ist der Innendurchmesser 30 mm, muß man das Rohr an einer Hälfte der Stange festschrauben. Also drei Meter Rohr für die Steher, und noch einmal ca. 30 cm eines etwas dickren Rohres für die Mittelstange. Ich habe keine Ahnung, was das kostet.
 
Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich die Mittelstange mache. Sie muß das meiste Gewicht tragen, weswegen ich sie beim alten Zelt aus einer dickeren Stange gemacht habe als den Rest (4 cm Durchmesser, glaube ich). Sie war als Handlauf für Treppen gedacht. Ich habe ein paar Anbieter für Treppenhandläufe ergoogelt, die diverse Holzarten anbieten, meist auch um die 4 cm dick. Momentan tendiere ich zu Esche, die elastischer und leichter ist als Eiche, aber ähnlich kräftig. Der Preis für die Mittelstange wird, je nach Holzart, wohl um die 80 € betragen.
 
Oben in alle Stangen werden Messingstäbe von jeweils 15-20 cm Länge eingelassen. Die Stäbe werden durch Löcher im Zeltstoff gesteckt und die Aspannungen daran befestigt. Da die Stäbe normalerweise in ein-Meter-Stücken verklauft werden, sind zwei davon nötig.
 
Für den oberen Umlauf schließlich – das ist der zweifarbige Streifen, der an der unteren Dachkante hängt – dürften 3 Meter Aina vom Elch nötig sein, also ca. 20 €, dazu die Kosten für den Indigo, mit dem ich die blauen Teile zu färben gedenke.
 
Damit liegen die reinen Materialkosten bei stolzen ca. 790 €, die Messingrohre und -stäbe noch nicht mitgerechnet. Oh, und das Futter habe ich vergessen, das müßte auf 100-150 € kommen.

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