Posts Tagged ‘Spinnen’

Web ahoi

Sunday, September 6th, 2015

Weben, nicht WWW! Ihr wißt schon, dieses Handwerk, mit dem ich nicht auch noch anfangen wollte. So, wie ich noch vor 4 Jahren nie mit Spinnen anfangen wollte und nach wie vor nicht mit Klöppeln anfangen will. Wetten zu diesem und ähnlichen Themen werden nicht entgegengenommen.

Also, weben. Wieso? Weil ich doch jetzt ganze Vliese von nicht-flauschigen Schafen verarbeite. Man liest oft, ihre Wolle eigne sich für Teppiche. Ok, jetzt könnte man noch mit Knüpfen anfangen, aber das ist ja berüchtigt langwierig. Aber… Webteppich? Taschen und Beutel? Und, ja, vielleicht auch Kleidung. Robuste welche. Irgendwo müssen die groben Haare ja hin, die ich aus den Vliesen reiße. Und die nuppigen Garne, die aus kardiertem Kämmbfall entstehen. Für den Kompost sind sie zu schade.

Schußgarn

Schußgarn


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Rocken, fertig

Friday, September 4th, 2015

Ich habe ja noch gar nicht damit angegeben, daß die Weihnachtsbaum-Rocken fertig sind. Nach dem endgültigen glattschleifen blieb eigentlich nur, die Zweige zu befestigen. Zum festnageln o.ä. sind die zu dünn, die würden sich nur spalten. Also habe ich sie mit dem selben Leinengarn wieder angebunden, mit dem ich sie vorher schon provisorisch befestigt hatte. Nur ordentlicher diesmal. Zum Schluß habe ich die feste, vielfache Umwicklung großzügig mit Knochenleim eingepinselt.
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Wollverarbeitung

Tuesday, September 1st, 2015

Aus reiner Neugier habe ich diesen Sommer angefangen, ganze Schafvliese zu kaufen und sie selbst zu verarbeiten. Es ging mir vor allem um primitive Landschafrassen, die u.a. deswegen gefährdet sind, weil ihre Wolle als rauh und kratzig gilt.

An der Neugier waren v.a. zwei Artikel schuld:
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Weihnachtsbaum-Rocken: Es geht weiter

Saturday, July 18th, 2015

Als ich anfing, die Weihnachtsbaum-Spitzen zu bearbeiten, da ging man noch freiwillig in den Keller, weil es draußen sowieso dunkel war. Dann kam die Zeit, da man jedes bißchen Tageslicht ausnutzen will. Und jetzt gehe ich wieder freiwillig in den Keller, weil es da so schön kühl ist. 🙂
 
Die beiden Spitzen waren ja erst roh abgeschält. Damit die Fasern nicht ständig an Spreißeln hängenbleiben, mußten sie noch ordentlich glattgeschliffen werden. Dafür nahm ich einen Winkelschleifer mit 60er, dann 240er Papier. Die dünnen Zweige habe ich von Hand geschliffen. Sie sind noch erstaunlich elastisch, bleiben aber in der gebogenen Form, die durch das festbinden entstanden ist20150718_144332
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Weihnachtsbaum-Rocken

Thursday, February 12th, 2015

Schon öfter hatte ich Abbildungen von Spinnrocken gesehen, die wie kleine Käfige auf einer Stange aussahen, z.B. hier oder hier. Ich wäre nicht auf die Idee gekommen, mir einen zu bauen, wenn nicht eine Hobbykollegin darauf hingewiesen hätte, daß man so etwas recht einfach aus der Spitze eines Nadelbaums machen könnte.
 
In der Weihnachtszeit war es dann soweit: Nachbarn, Freunde und Römer wurden angespitzt, ihren Weihnachtsbaum bei mir zu entsorgen. Eine Weile kugelten drei Baumspitzen im Garten herum, damit sie nicht austrocknen, weil ich vermute, daß angetrocknete Rinde sich nicht so gut abschälen läßt. Schälen muß sein, weil die Rinde von Nadelbäumen so glatt ist wie ein Reibeisen – die Fasern würden ständig daran hängenbleiben. Die Rinde war noch ziemlich grün und harzig und ließ sich mit einem beitelähnlichen Schnitzwerkzeug super abschälen.
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Ein neues Spielzeug!

Friday, November 28th, 2014

Kürzlich habe ich mir ein neues Spinnrad gekauft. Also richtig neu, moderne Produktion. Natürlich in der unlackierten Ausführung, denn wer weiß schon, was die alles aufs arme Holz schmieren! Jetzt steht das Rad erstmal im Keller, oder besser gesagt: es liegt, nämlich in Einzelteilen, und bekommt alle paar Tage einen neuen Anstrich aus Lein- und Walnußöl. Es ist faszinierend, wie dunkel das helle Holz nach dem ölen wird:

Links: unbehandelt, Mitte: frisch geölt, rechts: gestern geölt

Links: unbehandelt, Mitte: frisch geölt, rechts: gestern geölt

Und demnächst, wenn der lezte Anstrich getrocknet ist, kommt noch Bienenwachs drauf. Beim Restaurieren einer Kommode hatte ich mich gefragt, wie man Wachs eigentlich streichfähig bekommt. Schmelzen? Klar, aber auf dem Weg vom Topf über den Pinsel aufs Holz wird es ja schon wieder fest. Ich war damals anscheinend schon auf dem richtigen weg, als ich der Mischung Terpentinöl beifügte. Es war einfach nur nicht genug! Jetzt habe ich nämlich ein YouTube-Video gefunden, in dem ein Restaurator Bienenwachs in Terpentinöl auflöst. Einfach ungefähr 1:2 zusammenmischen und warten. Nach dem Anstreichen verdunstet das Terpentin und zurück bleibt nur das Wachs. Genial!

Vor der ersten Ölung durfte das Spinnrad etwas arbeiten. Ca. 200 g naturschwarzes Alpaka für mein nächstes Projekt.
alpacanigra