Posts Tagged ‘Sticken’

Fertig gestickt

Tuesday, April 7th, 2015

Ich habe ganz vergessen, damit anzugeben, daß die Stickerei an der Goldelse beendet ist. Jetzt muß ich das Ganze ausschneiden und zusammenfügen.
20150410_122046

Ein neues Nadelheft

Saturday, December 21st, 2013

Vor einiger Zeit ist mir ein ziemliches Malheur passiert: Ich hatte eine Bargello-Brieftasche in Arbeit, auf richtig feinem Zählstoff (dem feinsten, den es im Laden gab), und als sie halb fertig war, fand ich Mottenbefall auf dem Stickgarn. Also steckte ich das Ganze nach dem Brotbacken in den Ofen, um die Nachwärme zu nutzen. Was ich nicht bedachte: Das Backblech war noch brüllheiß. Das merkte ich erst, als es schmorig zu riechen anfing. *seufz*
Teile der fertigen Stickerei waren verkohlt, und wo ich noch nicht gestickt hatte, war der Trägerstoff z.T. zu brüchig, um noch darauf zu sticken.
 
Ungefähr zwei Jahre lang habe ich das Teil in einer Ecke versteckt, um es nicht mehr anschauen zu müssen. Jetzt im Weihnachtsurlaub fühlte ich mich endlich in der Lage, dem Elend ins Auge zu blicken und wenigstens die noch stabilen Teile so weit zu besticken, daß es für ein Nadelheft reicht. Das alte, grobschlächtigere Bargello-Nadelheft nämlich war bei der gleichen Gelegenheit verbrutzelt. ;-(

Das alte und das neue

Das alte und das neue


Ach ja: Das Stickgarn und das Kantenband sind natürlich selber gefärbt. Und das Muster findet sich so pder ähnlich auf diversen Brieftaschen des 18. Jahrhunderts, z.B. bei Vintagetextile oder hier. Letzteres war meine Vorlage.

Fertig

Wednesday, December 11th, 2013

Die Übung mit dem Lahn muß tatsächlich geholfen haben, denn der Rest der Brieftasche ging erstaunlich schnell.

Das Stickvlies war von der Sorte, die sich in Wasser auflöst. Die Stickerei hat das gut überstanden. Zum trocknen habe ich das Ganze wieder in den Stickrahmen gespannt, damit es sich nicht wellt. Dann habe ich die Rückseite eingeleimt und damit gleich ein Stück kräftiges Papier angeklebt, zur Versteifung. Das Innere sollte, wie bei den Originalen, die ich kenne, aus zwei Fächern bestehen, also brauchte ich eine steife Trennwand. Dafür habe ich vier Lagen jenes kräftigen Papiers miteinander verklebt.
brieftaschehinten (more…)

Frisch abgestaubt

Thursday, December 5th, 2013

Das letzte Teil des Mieders muß nun darauf warten, daß ich wieder Goldgespinst für die Umrahmung der Tunnel bekomme. Aber weil ich grad so schön in der Übung war mit Lahn-Domptieren (das Zeug ist ganz schön widerspenstig), habe ich ein Projekt wieder hervorgeholt, das ich für längere Zeit auf Eis gelegt hatte:

Der derzeitige Stand

Der derzeitige Stand


 
Eine Brieftasche in Seiden- und Silberstickerei auf cremefarbenem Duchesse Satin. Der 20 cm breite Streifen Satin hat mich damals fast 20 € gekostet, das muß man sich mal vorstellen! Und das Seidenfilament in jeweils vier Grün-, Rot-, Blau- und Gelbtönen kam nochmal auf… ach, hab ich verdrängt, um meine geistige Gesundheit zu schützen. Schweineteuer jedenfalls.
 
Die Vorlage hatte ich bei einem US-Antiquitätenhändler gefunden. Das Original trug unter der Klappe die gestickte Inschrift “Constantinople 1766”, war also vermutlich ein Souvenir. Die Türkei war im 18. Jh. recht bekannt für kunstvolle Stickereien, eine bestickte Brieftasche also ein naheliegendes Mitbringsel von der Grand Tour. Ich werde die Inschrift weglassen, schließlich stammt meine nicht aus Konstantinopel. 😉
 
Ähnliche Teile hat das Museum of Fine Arts in Boston und Colonial Williamsburg (such nach Nummer 1990-3). Im Vergleich mit diesen beiden (die ich damals noch nicht kannte) habe ich mir offenbar gleich das filigranste Examplar ausgesucht, das zu haben war. Typisch. Wenn’s einfach wär, könnt’s ja jeder, gell?

Einspannen zum Sticken

Tuesday, October 29th, 2013

Nachdem ich jetzt das letzte Teil zum Besticken einspannen mußte, habe ich gleich mal die neue Kamera bemüht, um den Vorgang zu dokumentieren.
 

  1. Der Trägerstoff sollte so groß zugeschnitten werden wie das lichte Maß des Stickrahmens. Die langen Kanten werden einfach umgelegt, die kurzen werden großzügig doppelt umgelegt und mit der Maschine genäht. Dadurch wird der Trägerstoff noch etwas kleiner als der Rahmen, was für das Spannen wichtig ist.
  2. Oberstoff, Zwischenlage aus Handwebleinen, und Trägerstoff, die lange zugeschnitten und gefaltet herumgelegen hatten, glattbügeln.
  3. (more…)

Am Golde hängt, zum Golde drängt doch alles

Friday, October 25th, 2013

Es ist schon eine Weile her, daß der Beschluß gefaßt wurde, den Kandersteg-Besuch um ein Jahr zu verschieben. Das Projekt 1914 liegt also auf Eis und ich kann mich wieder einem Projekt widmen, das anderthalb Jahre warten mußte, weil immer etwas anderes dringender war. In letzter Zeit hat es mich mit zunehmender Intensität vorwurfsvoll angeschaut: Die Goldelse, das Trachtenmieder mit verschärftem Bling.
 
Inzwischen sind zwei Vorderteile und die Hälfte des Rückenteils fertig. Die Haltefäden für die Tunnel mache ich inzwischen anders als noch beim ersten Vorderteil, weil ich den paar dünnen Fäden, die den Goldfaden befestigen, nicht so recht zutraue, auch die Peddigstäbe auf Dauer zu halten. Deshalb mache ich die Tunnel zuerst mit Vorstich und lege den Goldfaden danach auf.

tunnel_vorstich (more…)

Die Sonne scheint wieder…

Thursday, March 1st, 2012

…und das Vorderteil ist fast fertig. *bling*

Die schrägen Tunnel unterhalb des Stickerei-Streifens sind in zwischen fertig, nur die großen Pailletten für die Blume (da, wo die Lücke im Paillettenbogen ist) fehlen noch. Das andere Vorderteil ist inzwischen in den Stickrahmen eingespannt.

Die Sonne scheint…

Friday, February 24th, 2012

… und das erste Musterteil glänzt, daß es einem in den Augen wehtut.

Bogen in Goldplätt

Es besteht aus 1,3 mm breitem, vergoldetem Plätt (=Plasch), der im Zickzack gelegt und bei jedem Zick und Zack mit einem Seidenfaden festgenäht wurde. Um der Biegung folgen zu können, mußte ich an der Innenbahn dichter stapeln als an der Außenbahn, und hin und wieder habe ich einen etwas kürzeren “Zick” gemacht, der vom nachfolgenden überlappt wird. (more…)

Bargello-Zeitlog

Wednesday, September 7th, 2011

Nachdem ich beim Nadelheft mal ein Zeitlog geführt hatte, wollte ich auch wissen, wieviel Zeit für die neue, feiner gestickte Brieftasche draufgeht. Noch habe ich nicht alle Daten zusammen, aber ich weiß schon einmal, daß eine Nelke mitsamt der weiß bzw. beige ausgefüllten Umrandung auf 3,5 Stunden kommt. Die grün-roten Felder dazwischen dürften ähnlich sein, und falls dem so ist, dann geht die Hochrechnung so: neun ganze Nelken-Felder und ca. 2 unvollständige, 6 ganze Zwischen-Felder, 6 halbe und zwei Viertel, macht 21 Felder, macht ungefähr 69 Stunden oder anderthalb Wochen von Acht-Stunden-Tagen.

Noch mehr Bargello

Wednesday, August 17th, 2011

Da ich nun schon einige gefärbte Wolle hatte, habe ich gleich noch etwas mehr gestickt: Zuerst ein Nadelheft als Geburtstagsgeschenk, dann eine Brieftasche für mich und noch ein Nadelheft für mich – das alte, aus einem weißgrundigen Stoff, war durch das jahrelange Herumziehen schon allzu versifft. Beim Nadelheft habe ich endlich auch mal Log geführt, wie lange das ganze braucht. Ergebnis: 10 Stunden für 8 x 19 cm auf einem Zählstoff mit 8 Fäden pro cm.

Original (oben links), Musterzeichnung (oben rechts), begonnene Stickerei (unten), Nadelheft (unten links)

(more…)