Posts Tagged ‘Katze’

Die eigenen vier Wände: Wand 1+2

Friday, July 1st, 2011

Wie im Beitrag “Konstruktion, Schnitt” erwähnt, bestehen die Zeltwände aus zwei Teilen à 5 m x 1,8 m.

Der erste davon nähert sich seiner Fertigstellung. Der Stoffberg, der den größten Teil der verfügbaren Fläche im Arbeitszimmer einnimmt, wird auch gerne mal zweckentfremdet:

Das Futter wurde jeweils mitgefaßt, wenn der Oberstoff doppelt umgelegt wurde bzw. eine Naht im Oberstoff umgekappt wurde. Außerdem wird das Futter an jeder Oberstoff-Naht durch das aufgesetzte Leinenband gehalten.
Da die Oberstoff-Bahnen 1 m breit sind, die Futter-Bahnen aber 1,5 m, liegen die Nähte logischerweise nicht aufeinander: Jede zweite Zeltbahn muß mit einer Futter-Naht in der Mitte leben.
 

Innenseite der Wand: Oberkante und Naht mit aufgesetztem Leinenband


 
Den Urlaub letztens habe ich u.a. dazu genutzt, bei Posamenten Müller vorbeizuschauen und zu fragen, ob sie mir die Leinenkordel für die Fenster drehen können. Wo sie doch damit werben, ein Traditionsunternehmen zu sein, eines der letzten in Europa, die noch mit traditionellen Methoden bla bla bla. Mehr als Blabla ist es offenbar auch nicht, denn als ich sagte, daß ich die Kordel in Leinen brauche, wurden die Augen sehr groß und rund: “Nein, wir verarbeiten nur Viskose!” Na, das nenne ich mal flexibel! Und auch so traditionell. Paßt zu deren mißglücktem Webseiten-Versuch: Von Tradition reden, Gegenwart verschlafen, viel versprechen, nichts halten. Eine herbe Enttäuschung.
 
Nach meinen Berechnungen brauche ich 7 Meter Kordel pro Fenster. Da das Fenstergitter sowieso aus zwei Stücken bestehen wird, kann ich 3,5-Meter-Stücke machen. Trotzdem brauche ich zuerst mal Schnüre von über 7 m Länge: Schrumpfung durchs einlegen, dann doppelt legen. Die Bude dürfte in ihrer vollen Länge grad groß genug sein. Nur: Wer hält mir die Mitte der Kordel fest, während ich sie doppelt lege?
 
Das Leinengarn für die blauen Anteile der Kordel sowie den Stoff für den oberen Umlauf habe ich letztes Wochenende in die Indigoküpe getunkt.

Etappenziel erreicht

Sunday, January 9th, 2011

Pünktlich zum letzten Urlaubstag ist die Stickerei fertig geworden. Den Gedanken, daß ich die Bänder jetzt noch auf ein “Futter” setzen, ein bißchen polstern und Verschlüsse anbringen muß, schiebe ich erstmal weit von mir, damit ich den Triumph ein bißchen auskosten kann.
Fertig bestickte Strumpfbänder (more…)

Der laufende Hund ist angekommen

Thursday, September 9th, 2010

… und dabei einmal die Vorderkante hoch, um den Hals rum und wieder runter gelaufen.
 
Nun wollte ich das Kleid mit dünner Wolle – Musselin o.ä. – füttern, aber der dafür vorgesehene Stoff wurde im Zwiebelschalenbad so scheckig, daß ich ihn frustriert nochmal in Indigo tunkte. Das resultierende Grasgrün paßt weder zum Rot des Kleides noch zur Stickerei – aber dafür wie die Faust aufs Auge zu einem Diamantköper in ziegelfarbenem Krapprot, den ich auf Halde habe. Blöd.
 
Weißen Stoff zum färben hatte ich nicht übrig, und weil mir siedendheiß einfiel, daß noch ein Lager ansteht, war auch keine Zeit, welchen zu besorgen. (more…)

Blaumachen

Thursday, June 17th, 2010

Ich habe beschlossen, daß die verunglückte “Bacio”-Wolle noch einmal in ein Walnußschalenbad muß. Doch vorher habe ich sie meinem Folterknecht übergeben, der sie für ihren Ungehorsam bestrafen und ihren Willen brechen sollte…

Die sture Wolle wird sorgfältig unterdrückt

Die sture Wolle wird sorgfältig unterdrückt


 
Derweil habe ich mich an Blau rangewagt. Richtiges Blau, nicht Stockrosen – und das bedeutet Indigo. (more…)