Posts Tagged ‘Zelt’

Letzte Ölung

Saturday, July 21st, 2012

Vor ein paar Wochen zog ich aus, um Metallrohr für die Mittelstange zu suchen, sowie für die letzten drei Seitenstangen, für die der Vorrat nicht gereicht hatte. Nach einigem herumtelefonieren geriet ich an einen Traditionsbetrieb, dessen Inhaber Methusalems Großonkel sein muß. Aus dem Fernsehen kennt man ja diverse Sorten Messis, aber nun lernte ich eine neue Spezies kennen: den Metallmessi. Denke Dir ein Viertel, das nicht ganz auf halbem Weg zwischen Altstadt und Stadtrand liegt. Zentral genug, daß jedes freie Grundstück ruckzuck bebaut wird, Mieten über 10 €/m². Ein Bretterzaun zwischen zwei 4-bis 5-stöckigen Gebäuden der Zwischenkriegszeit. Darin eine Brettertür mit kleinem, handgeschriebenem Namensschild. Wer nicht weiß, was er sucht, käme nicht auf die Idee, daß sich dahinter ein Metallwarenhandel verbirgt. Schiebt man das Tor auf, bietet sich dahinter dieses Bild:
(more…)

Fensterläden

Sunday, July 1st, 2012

Das Fernster in der zweiten Wand ist nun auch gemacht. Zeit für die Fensterläden. Oder besser: Raffrollos.
 
Über jedem Fenster wird eine Art Lappen angebracht, der die Fensteröffnung nachts oder bei Regen verschließt. Oder wenn ich mich umziehe. 😉 Man möcht’s nicht meinen, aber es kommt immer wieder vor, daß Touris am verschlossenen Zelt rumzuppeln, bis sie ihren Schädel reinstecken können. Der Raffmechanismus muß sich also im geschlossenen wie im offenen Zustand fest-stellen lassen.
  (more…)

Zelt-Fenster

Friday, June 29th, 2012

Hilfe, es ist ja nur noch einen guten Monat hin, bis ich das Zelt zum ersten mal aufstellen will! Panikattacke!
 
An einer der beiden Zeltwände fehlte noch die fünfte Bahn. Weil ich beim Futterstoff Mist gebaut hatte, mußte ich warten, bis ich Ersatz bekam. Glücklicherweise hat eine Hobbykollegin einen ganzen Ballen davon auf Halde gelegt (das Muster ist schon seit bestimmt 2 Jahren nicht mehr im Programm) und mir 2 m davon überlassen. Dann kam mir etwas dazwischen, und das Zelt lag wochenlang auf einem Haufen in der Ecke. Als ich nun endlich weitermachen wollte, mußte ich feststellen, daß da schon wieder jemand draufgepinkelt hatte. Und zwar auf die Stelle, wo ich die 5. Bahn hätte annähen wollen. *seufz*
 
Zehn m² Zeltleinen in die Waschmaschine? Unmöglich. Also ab in den 100-Liter-Waschkessel damit und ordentlich einweichen. Glücklicherweise war das Wetter so, daß der triefende Stoff innerhalb eines Nachmittags trocknen konnte. Nicht auszudenken, wenn das Wetter beschlossen hätte, drei Tage durchzuregnen!
 
Also erstmal nix mit fünfter Bahn. Ich nahm mir stattdessen die fertige Wand vor und begann die heikle Operation: Ein Loch in die Mittlere Bahn zu schneiden! *bibber* Aber irgendwann müssen die Fenster ja rein.

Ein vergittertes Fenster entsteht

(more…)

Zeltgestänge

Sunday, April 15th, 2012

Das Zelt wird zwölf Seitenstangen à 180 cm haben. Damit sie transportabel sind, habe ich sie in zwei Stücke à 90 cm gesägt. Das Messingrohr, mit dem die Stücke verbunden werden, hat den gleichen Außendurchmesser (35 mm) wie die Stangen, d.h. damit man es aufstecken kann, muß etwas vom Holz abgetragen werden. Bei bisherigen Zeltstangen habe ich das von Hand abgeraspelt, aber bei 24mal wird das ziemlich langwierig und anstrengend. (more…)

Das Zelt hat einen Haken… oder hundert

Friday, February 24th, 2012

Nach mehreren Abenden in der Werkstatt mit schmerzenden Fingern sind nun endlich hundert Paar Haken-und-Ösen fertig.
Die Haken sind auch schon am Zeltdach angenäht, trotzdem sind noch einige übrig… habe ich mich etwa verrechnet?

Ösen biegen

Tuesday, December 20th, 2011

Auch bei den Ösen bin ich davon abgekommen, die um eine Model herum zu biegen. Stattdessen schneide ich 6 cm lange Dahtstücke ab, brenne sie weich, und biege an jedem Ende eine Öse. Dann klemme ich eine Rundfeile senkrecht in den Schraubstock und biege die eigentliche Öse darum herum. Je nachdem, wie groß die End-Ösen geraten sind, (d.h. wieviel Draht für die eigentliche Öse bleibt) biege ich die eigentliche Öse weiter oben um die Feile (=kleinerer Durchmesser) oder weiter unten.
 

Ösenbiegen, Schritt 1

(more…)

Haken biegen

Tuesday, November 29th, 2011

Das effizienteste scheint mir im Moment zu sein, mehrere 11 cm lange Drahtstücke auf einmal abzuschneiden und dann zuerst die Grate an den Enden abzufeilen. Dann biege ich bei allen die Ösen…

Haken, Schritt 1

(more…)

Haken fürs Zelt

Monday, November 21st, 2011

Der obere Umlauf ist fertig zusammengesetzt und eine Kante fertig versäubert. Auweh! Laut Armspannweiten-Maß könnte es um ca 1/2 Meter nicht rausgehen. Alle blauen Streifen sind verbraucht; zwei naturfarbene à 40 cm noch übrig. Wenn es blöd läuft, muß ich einen davon nachfärben. Wie gut, daß ich noch etwas Küpe übrig habe. Die richtige Helligkeitsstufe hinzukriegen wird aber sicher nicht so leicht.
 
In einem früheren Post habe ich erwähnt, daß die Zeltwand mittels Haken und Ösen ans Dach gehängt werden soll. Damals war von 15 cm pro Haken und 8 cm pro Öse die Rede. Später habe ich Haken und Ösen in der gewünschten Größe auf Papier gemalt, das Papier auf eine weiche Unterlage gelegt, entlang der Zeichnungslinien Stecknadeln senkrecht hineingestochen und einen Faden um die Nadeln gelegt. Dessen Länge habe ich dann abgemessen. Ergebnis: 11 cm pro Haken, 6 cm pro Öse. Außerdem hatte ich mich bei der Anzahl verrechnet. Eine Neuberechnung ergab 100 Haken-Ösen-Paare, also 17 Meter. Ausschuß gibt es immer, also bestellte ich 20 m.
 
Schon vor einigen Wochen kam der Bronzedraht an. Fragt mich bitte nicht, warum ich mich nicht für Messing- oder Kupferdraht entschieden habe: Ich weiß es nicht mehr. Der Bronzedraht erwies sich als ziemlich hart. Nach den ersten Probestücken erschien die Vorstellung, 100 Haken und 100 Ösen aus diesem bockharten Zeug zu biegen, als nicht sehr attraktiv. (more…)

Zeltdach, Fortsetzung

Tuesday, November 15th, 2011

Das Dach ist nunmehr fertig zusammengesetzt und versäubert. Bei Firstzelten wurde oft noch ein andersfarbiger Streifen (meist blau oder rot) entlang des Firsts aufgesetzt, wobei unklar ist, ob er der Verstärkung diente, rein dekorativ war oder beides zusammen.
 
Für mein Mittelstangen-Zelt kam nur ein Kreis um die Mittelstange herum in Frage. Dafür habe ich ein quadratisches Reststück des Dach-Stoffes in die Reste einer Indigoküpe getunkt und dann einen Kreis daraus geschnitten. An einer Seite schnitt ich ihn gerade vom Rand zur Mitte hin auf, da klar war, daß kein ganzer Kreis nötig wäre, d.h. ich würde ein Segment wegschneiden müssen – im Endeffekt war es ungefähr einen Achtelkreis. Die Zeltspitze glatt hinzulegen, um den Kreis daraufzulegen, war unmöglich, eben weil eine Spitze nicht glatt liegt. Also steckte ich einen großen Karton unter die Zeltspitze, so daß eine Ecke des Kartons die Zeltspitze hochhielt. Mit dieser Hilfe steckte ich den Kreis auf der Zeltspitze fest, nahm dann den Karton wieder heraus und nähte den Kreis an.

(more…)

Zeltdach

Monday, October 31st, 2011

Die zweite Wand wurde schon vor einiger Zeit fertig, aber da das derselbe Kram war wie bei der ersten, habe ich hier nichts darüber geschrieben.
 
Inzwischen habe ich mich mit jemandem unterhalten, der der Meinung war, daß das Zeltfutter nicht an das Außenleinen angenäht war, sondern innen an den senkrechten Stangen (den Stehern) hing, die eigentliche Wand aber außen. Aus dem Bleckwenn-Buch, dem Werk über Zelte des 18. Jh., soll das so hervorgehen. Da ich das Buch nicht habe (es ist nur noch antiquarisch zu haben, und für viel Geld), kann ich das momentan nicht überprüfen. Es erscheint aber logisch, denn dadurch ergibt sich zwischen den Wand und Futter ein isolierendes Luftpolster, und wenn es regnet, bleibt das Futter trocken. Leider war es da schon zu spät. (more…)