Posts Tagged ‘Bargello’

Ein neues Nadelheft

Saturday, December 21st, 2013

Vor einiger Zeit ist mir ein ziemliches Malheur passiert: Ich hatte eine Bargello-Brieftasche in Arbeit, auf richtig feinem Zählstoff (dem feinsten, den es im Laden gab), und als sie halb fertig war, fand ich Mottenbefall auf dem Stickgarn. Also steckte ich das Ganze nach dem Brotbacken in den Ofen, um die Nachwärme zu nutzen. Was ich nicht bedachte: Das Backblech war noch brüllheiß. Das merkte ich erst, als es schmorig zu riechen anfing. *seufz*
Teile der fertigen Stickerei waren verkohlt, und wo ich noch nicht gestickt hatte, war der Trägerstoff z.T. zu brüchig, um noch darauf zu sticken.
 
Ungefähr zwei Jahre lang habe ich das Teil in einer Ecke versteckt, um es nicht mehr anschauen zu müssen. Jetzt im Weihnachtsurlaub fühlte ich mich endlich in der Lage, dem Elend ins Auge zu blicken und wenigstens die noch stabilen Teile so weit zu besticken, daß es für ein Nadelheft reicht. Das alte, grobschlächtigere Bargello-Nadelheft nämlich war bei der gleichen Gelegenheit verbrutzelt. ;-(

Das alte und das neue

Das alte und das neue


Ach ja: Das Stickgarn und das Kantenband sind natürlich selber gefärbt. Und das Muster findet sich so pder ähnlich auf diversen Brieftaschen des 18. Jahrhunderts, z.B. bei Vintagetextile oder hier. Letzteres war meine Vorlage.

Bargello-Zeitlog

Wednesday, September 7th, 2011

Nachdem ich beim Nadelheft mal ein Zeitlog geführt hatte, wollte ich auch wissen, wieviel Zeit für die neue, feiner gestickte Brieftasche draufgeht. Noch habe ich nicht alle Daten zusammen, aber ich weiß schon einmal, daß eine Nelke mitsamt der weiß bzw. beige ausgefüllten Umrandung auf 3,5 Stunden kommt. Die grün-roten Felder dazwischen dürften ähnlich sein, und falls dem so ist, dann geht die Hochrechnung so: neun ganze Nelken-Felder und ca. 2 unvollständige, 6 ganze Zwischen-Felder, 6 halbe und zwei Viertel, macht 21 Felder, macht ungefähr 69 Stunden oder anderthalb Wochen von Acht-Stunden-Tagen.

Noch mehr Bargello

Wednesday, August 17th, 2011

Da ich nun schon einige gefärbte Wolle hatte, habe ich gleich noch etwas mehr gestickt: Zuerst ein Nadelheft als Geburtstagsgeschenk, dann eine Brieftasche für mich und noch ein Nadelheft für mich – das alte, aus einem weißgrundigen Stoff, war durch das jahrelange Herumziehen schon allzu versifft. Beim Nadelheft habe ich endlich auch mal Log geführt, wie lange das ganze braucht. Ergebnis: 10 Stunden für 8 x 19 cm auf einem Zählstoff mit 8 Fäden pro cm.

Original (oben links), Musterzeichnung (oben rechts), begonnene Stickerei (unten), Nadelheft (unten links)

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Bargello-Strumpfbänder fertig

Tuesday, May 3rd, 2011

Die Strumpfbänder sind nun endlich gebrauchsfertig. Ich habe sie mit Leinen gefüttert und mit einer Zwischenlage aus einem dünnen Wollvlies gepolstert. Warum ich der Meinung war, daß sie gepolstert werden sollten, weiß ich auch nicht – es fühlte sich einfach richtig an. Zwischen Oberstoff und Futter habe ich Fischgratband genäht, das auf einer Seite eine kleine Bronzeschnalle hält; das andere Ende wird durch die Schnalle gezogen. Beim ersten Tragen zeigte sich, daß das Band nachgibt und das Loch, durch das der Dorn gestochen ist, sich in die Länge zieht. Da werde ich noch etwas erfinden müssen.

Etappenziel erreicht

Sunday, January 9th, 2011

Pünktlich zum letzten Urlaubstag ist die Stickerei fertig geworden. Den Gedanken, daß ich die Bänder jetzt noch auf ein “Futter” setzen, ein bißchen polstern und Verschlüsse anbringen muß, schiebe ich erstmal weit von mir, damit ich den Triumph ein bißchen auskosten kann.
Fertig bestickte Strumpfbänder (more…)

Bargello-Strumpfbänder

Thursday, January 6th, 2011

Der Weihnachtsurlaub war eine gute Gelegenheit, beim Sticken weiterzukommen. Nur noch 6, 7 cm und die Strumpfbänder sind fertig.

Der Bargellostich

Friday, December 17th, 2010

Ich benutze den wohl üblichsten Bargello-Stich, 4/2. D.h. der Stich überspringt in der Senkrechten (parallel zur Kette) vier Schußfäden und versetzt den nächsten Stich um zwei Schußfäden. Es gibt auch 2/1, 3/1, 4/1… und man kann verschiedene davon kombinieren, um anstatt des üblichen Zickzack-Musters Kurven mit variablen Steigungen zu erreichen.
 
Man sticht in einem Loch des Fadengitters hoch, zählt 4 Schußfäden rauf, und sticht zwischen den gleichen zwei Kettfäden wieder runter. Dann geht man einen Kettfaden weiter nach links und – vom ersten Ausstichpunkt aus gesehen – zwei Schußfäden hoch, sticht dort nach oben und vier Schußfäden darüber wieder nach unten, und immer so weiter. Es ergibt sich eine schräg von rechts unten nach links oben verlaufende Diagonale mit “Treppen”. Irgendwann zählt man dann beim hochstechen nicht zwei Schußfäden rauf, sondern zwei runter – das ergibt eine Spitze.

Bargellostich

Bargellostich


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Bunte Strumpfbänder

Monday, December 13th, 2010

Als ich die erste Raute mit Blau füllte, erschien es mir, als ob vier Helligkeitsstufen pro Farbton nicht genug wären. Deshalb ging ich mittendrin dazu über, von jeder Farbe zwei Reihen zu sticken. Das fand ich aber auch nicht so toll. Eigentlich brauchte ich von jedem Farbton fünf oder gar sechs Helligkeitsstufen. Aber nur von Gelb und Grün hatte ich fünf, von Rot und Blau je vier, und von Violett gar nur drei. Die ungefärbte 20/2er Wolle hatte ich aufgebraucht.
 
Ich nahm also einen fertig gefärbten Strang des drittdunkelsten Blautons und tauchte ihn nochmal in ein weitgehend aufgebrauchtes Indigobad, um einen Farbton zwischen dem zweit- und drittdunkelsten zu erreichen, wo der Farbunterschied am größten war. Für Violett rührte ich eine sehr geringe Menge Cochenille in Wasser und tauchte ein paar Fäden nur sehr kurz ein (=hellrosa), dann fügte ich Eisensulfat hinzu und ließ einen Strang der zweitdunkelsten Farbe ca. 30 min. darin liegen. Das Ergebnis lag, wie erhofft, zwischen der dunkelsten und der zweitdunkelsten Farbe. Damit habe ich für Gelb, Grün, Blau und Lila je fünf Farben.

Schritt 2

Links der Anfang des ersten Strumpfbands, rechts das zweite

Strumpfbänder

Friday, December 10th, 2010

Das Bedürfnis, die vielen schönen selbergefärbten Wollgarne endlich mal zu benutzen, wurde übermächtig.
Nachdem mich die seidenbestickten Taschen etwas frustriert haben, dachte ich kurz darüber nach, sie mit der Wolle zu besticken, aber eigentlich bin ich gerade böse auf sie und mag sie erstmal nicht mehr sehen.
 
Was stickt man sonst noch so mit Wolle? Ah, Bargello, AKA flame stitch, das gefällt mir schon lange. Besonders die Varianten mit hell-dunkel-Farbverläufen, da macht es am allermeisten Spaß, viele Töne von einer Farbe zu haben. Eigentlich sogar noch mehr als ich tatsächlich hatte… also habe ich noch schnell geschaut, was fehlt (extrem helle bzw. dunkle Töne) und brauchte die allerletzten Bestände 20/2er Wolle dafür auf, von jedem gerade nur einen, höchstens vier Stränge zu färben. Diese Farben sind Momentan in der engeren Wahl:
Die Farbauswahl (more…)