Posts Tagged ‘Armstutzen’

Armstutzen

Monday, November 14th, 2011

<EDIT> Usprünglich mal waren die Posts zu diesen Armstutzen unter “18. Jahrhundert” einsortiert. Das war aber eigentlich irreführend. Klar, es gab Armstutzl dieser Form im 18. Jh., und ich habe sie auch für eine 18.-Jh.-Veranstaltung gemacht, die sehr kalt zu werden versprach. Aber: Habe ich schon mal gestrickte Stutzl dieser Art gesehen? Nein, weder in Bild- noch Schriftquellen und schon gar nicht als erhaltenes Artefakt. War es im 18. Jahrhundert üblich, mit Singlegarn zu stricken? Nein. Oder mit Garn dieser Stärke? Nein. Man hat vorzugsweise mit Garn gestrickt, das heute als “Lacegarn” bezeichnet würde, und mit Nadelstärken, die man nur in wenigen spezialisierten Internet-Shops findet, nämlich im Bereich unter 2mm.
 
Der langen Rede kurzer Sinn: Bevor ich mir etwas abfriere, würde ich diese Handschuhe immer noch im 18. Jh. anziehen, aber so richtig A sind sie höchstwahrscheinlich nicht. Und nun wieder zurück ins Studio. </EDIT>
 
 
Über den Sommer haben die Drecksviecher meine gestrickten warmen Armstutzen angefressen. Beim Versuch der Entmottung im Backofen hatte ich nicht bedacht, daß das Backblech nach dem Brotbacken noch heiß war – es war so heiß, daß es einen der Armstutzen schwarz verbrutzelt hat. Und noch ein paar andere Sachen. Man möchte brechen! Die Lehre daraus: Die zu erhitzende Wolle immer nur auf ein unter 100° heißes Blech legen. Wenn die Backofenluft heißer ist als 100°, macht das offenbar nichts, aber direkter Kontakt mit heißem Blech ist pöse.
 
Jetzt stricke ich also nochmal Armstutzen, diesmal aus indigoblauer Wolle. Bei den alten war sowieso die Daumenöffnung etwas eng und der Handteil ringelte sich ein, wie es glatt rechts Gestricktes so gern tut. Das fühlte sich komisch an und war irgendwie immer im Weg. Und die Trauben sind sowieso sauer. ;). Diesmal schreibe ich auch auf, wie: (more…)

Taschenstickerei 2

Tuesday, November 23rd, 2010

Wie gesagt, es geht langsam voran, weil ich fast ausschließlich bei Tageslicht sticke, also am Wochenende.
 

Phase 2

Phase 2

Ich kann mich nicht entscheiden, welche Technik ich anwenden will. Die zeitgenössische Vorlage ist komplett in Kettenstich gestickt, aber eben auch mit Wollgarn. Bei der blauen Blume mit roter Mitte habe ich mich in schattiertem Plattstich versucht, aber dadurch verschwimmen die Grenzen zwischen den einzelnen Blütenblättern. Bei der roten Blume in der Mitte habe ich Plattstich mit Kettstich umrandet, aber das wirkt grobschlächtig.
 
Bei den gelben Blüten und den Blättern habe ich probiert, die dunklere Seite in Knopflochstich zu machen, so daß sich dort eine Begrenzungslinie ergibt, die so scharf in Plattstich nicht zu machen ist, wenn nicht auch der Grundstoff sehr fein ist – und das ist Leinen nun mal nicht. (more…)

Armstutzen 3 und fertig

Wednesday, November 3rd, 2010

Die Reihen, die die Hand umschließen, nadelte ich für sechs Reihen weiter, d.h. bis knapp über den Fingeransatz hinaus, zog die Maschen zum Ende hin immer kleiner und vernähte den Faden dann.
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Armstutzen 2

Monday, November 1st, 2010

Der Stutzen wurde ganz allmählich breiter, bis ca. 1 cm unterhalb der Stelle, wo der Daumen sich von der Hand abspaltet. Dort machte ich den Schlitz für den Daumen. Da die Hand oberhalb davon schmaler ist, machte ich die “Luftmaschen”-Reihe oberhalb des Schlitzes kürzer als unterhalb:

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Mehr Nadelbinderei

Thursday, October 28th, 2010

Auch wenn ich eine Schreibtischlampe so auf das Bügelbrett stelle, daß sie von oben auf die Stickerei leuchtet, ist es kein Spaß, bei Kunstlicht an den Taschen zu sticken. Also habe ich ein Parallelprojekt angefangen, das sich für “mal eben vor dem Fernseher” eignet: Nadelgebundene Armstutzen, die vom Ellenbogen bis zum Fingeransatz reichen, mit einem Abzweig für den Daumen. Das gleiche bräuchte ich eigentlich auch fürs 18. Jh., und zwar einmal gestrickt (für warm – ach wäre Nadelbinden doch fürs 18. jh. authentisch!) und einmal aus Taft (für schick). Das muß jetzt noch warten. (more…)