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Schnitt von einem Original abnehmen: Nochmal von vorn

Sunday, December 22nd, 2013

Gerade bin ich dabei, die Beschreibung der originalen Schnürbrust zu verfassen. Beim Betrachten der Fotos fallen mir viele Dtails auf, die ich vor Ort gar nicht bemerkt hatte – vielleicht wegen der vielen gleichzeitigen Eindrücke, vielleicht aber auch, weil zum Teil die Ausleuchtung Schatten wirft, die manche Details sprichwörtlich ein anderem Licht erscheinen lassen. Als ich gerade herausfinden wollte, ob die Zaddeln nun angeschnitten oder angesetzt sind, traf es mich:
 
Ich bin ja so doof!
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Schnitt von einem Original abnehmen: Weiterverarbeitung

Sunday, December 15th, 2013

Mit den Abpausfolien und einem Packen Fotos glücklich und enthusiasmiert zuhause angekommen, war die nächste Aufgabe, den Schnitt auf Papier zu übertragen und ins Reine zu zeichnen. Wenn ich den Schnitt im Web zur Verfügung stellen will, muß ich ihn obendrein zu einem Koordinatenschnitt verkleinern.
 
Daheim kann ich endlich wieder auf dem Teppich feststecken. 🙂 Also: Packen Zeitungspapier (für das Folgende ist der Teppich allein zu weich), Packpapier drauf, Folie mit der Zeichnung drauf, am Teppich feststecken – und von der Folie aufs Packpapier durchradeln. Und zwar alles: Umriß, Nahtverlauf, Stückelnähte, Umrisse der Lederbesätze, Ansatznaht des Belegstoffs, Position der Schnürhaken, Tunnelverlauf, Fadenlauf. Dann mit Filzstift die perforierten Linien auf dem Packpapier nachzeichnen, und zwar mit verschiedenen Farben für die verschiedenen Arten von Objekten: Schnitteil-Umrisse in schwarz, Stückelnähte in hellblau etc., sonst verliert man schnell den Überblick.
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Schnitt von einem Original abnehmen: Abpausen

Sunday, December 15th, 2013

Dieser Tage hatte ich eine jener Gelegenheiten, nach denen sich wohl jeder Kostümer die Finger abschleckt: Ich durfte den Schnitt von einer originalen Schnürbrust abnehmen. Leider fiel mir erst hinterher ein, daß das ja eigentlich auch ein dokumentierwürdiges Projekt ist, so daß es vom Schnittabnehmen selbst keine Bilder gibt.
 
Wie nimmt man den Schnitt von einem Originalteil ab, ohne ihm Schaden zuzufügen? Bei den meisten Schnürbrüsten ist das relativ einfach, weil man sie flach hinlegen kann. Auch die Nähte sind sehr oft schnurgerade. Das ist einfach. Die Schürbrust, die es mir angetan hatte, ließ sich nicht flach auflegen: Die Schulterteile sind ausgesteift und so in Form gebracht, als ob sie sich um eine Schulter schmiegten. Und auf den Zaddeln sind kleine Wülste befestigt.
 

Der Träger steht vol allein

Der Träger steht vol allein

Flach auflegen? Ein frommer Wunsch!

Flach auflegen? Ein frommer Wunsch!


Meine Methode sieht so aus: Einen dicken Packen großer Zeitungsseiten auf den Tisch legen, als Unterpolsterung. Darauf eine Lage sauberes Seidenpapier, damit keine Druckerschwärze an das gute Stück kommt. Darauf die Schnürbrust, die dort, wo es nötig ist, von zerknülltem Seidenpapier gestützt wird. Darüber wird ein Stück durchsichtiger Folie gelegt; besonders geeignet und günstig finde ich Malerfolie “extra stark” aus dem Baumarkt. Um das Objekt herum wird die Folie fixiert, indem man Stecknadeln schräg in die Zeitungspapier-Unterlage steckt. Je dünner die Unterlage, desto schräger: Der Kopf sollte nicht zu weit hervorstehen, damit man nicht mit dem Ärmel die Nadel unbemerkt wieder herausreißt, und die Nadelspitze sollte den Untergrund nicht zerkratzen. (more…)