Posts Tagged ‘Tournüre’

Gründer-Tageskleid: Premiere

Friday, October 26th, 2012

Anfang Oktober war es endlich soweit: Die veranstaltung, für die ich monatelang geplant und geschafft hatte, der Enkel-Ball in Franzensbad (Františkovy Lázně).


Fazit: Sitzt, paßt, wackelt nicht und hat null Luft.
Zu ändern: Nichts. Angesichts der ersten Bilder dachte ich noch, daß der Rock zu kurz wäre, weil man gar so viel von den Stiefeln sah. Aber das lag wohl nur am Wind.

Der Hut ist übrigens von Lorkande.

Richtig fertig

Sunday, August 19th, 2012

Bei der letzten Anprobe, bevor ich mich traute, den Knopfschluß zu machen, stellte sich heraus, daß es obenrum mal wieder zu eng und in der Taille immer noch zu weit war. Wie kann das gehen, nachdem ich einen angepaßten Schnitt nochmal hatte anpassen lassen?
 
Ich habe also die Vorderkanten nochmal aufgemacht und noch größere Unter-/Übertritte angebracht. Hilft ja nix. Aber jetzt ist das Kleid wirklich fertig, mit Knöpfen, Taillenband und neuen Schößchenbelegen.

Fast fertig!

Saturday, July 28th, 2012

Seit dem letzten Blog-Eintrag habe ich den Faltenstreifen aufgesetzt, und oben an diesen nochmal einen gut 20 cm breiten Beleg, weil die Wahrscheinlichkeit hoch war, daß die Schürzendrapage nicht überall tief genug hinunterreicht, um den Futterrock zu verdecken.

Das anheften der Falten auf dem Futterrock schaut fast genauso aus wie im Lehrbuch aus den 1880ern

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Rock, Rock, Rock everybody

Friday, June 29th, 2012

Der Saum des Rockes ist ca. 25 cm hoch mit dem braunen Oberstoff belegt. Darunter spitzt eine blaue Besenborte als Kantenschutz hervor. Ein Hoch auf Trachtenbedarfsläden, die haben sowas noch!

Saumbeleg mit Besenborte

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Taille hat fertig

Thursday, June 21st, 2012

Die Ärmel sind eingesetzt, die einfarbigen Pseudomanschetten aufgesetzt. Jetzt fehlt nur noch das Taillenband – das hebe ich mir auf, für den Fall, daß ich doch noch ein neues Korsett schaffe. Und die Knöpfe und Knopflöcher hebe ich mir auch noch auf: Wer weiß, ob mir nicht etwas geniales über den Weg läuft.
 
Jetzt geht es an den Rock. Kürzlich wurde ich gefragt, warum ich mit der Taille angefangen habe: Der Rock könne doch bewirken, daß das Taillenschößchen anders sitzt als gedacht. Hmmm, stimmt, warum eigentlich? Tags darauf fiel es mir wieder ein: Weil ich nicht sicher bin, ob der Stoff reicht. Bei einem Rock kann man dann noch mogeln, bei einer Taille nicht.

Fertige Taille mit Futter-Rock


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Taillen-Änderungen

Saturday, June 2nd, 2012

Nachdem bei der letzten Anprobe schon wieder zu wenig Weite um die Brust rum war, habe ich die Vorderkante nochmal teilweise geöffnet und den Beleg anders umgebugt, so daß ich obenrum mehr Übertritt habe. Schließlich hatte ich eben die Originale nochmal angeschaut (siehe vorige Posts) und angesichts der Schampigkeiten dachte ich mir: Im Vergleich damit ist diese Änderung sowas von ordentlich!
 
Der Saumbeleg ist nun fertig. Als nächstes sind die Ärmel dran. Aus leidiger Erfahrung weiß ich, daß die Ärmel von Truly-Victorian-Schnitten ungefähr drei Kilometer zu weit sind. Bezeichnenderweise steht auf dem Schnitteil “1880s mutton sleeve”, also “Keulenärmel der 1880er”. Keulenärmel kenne ich aus den 1830ern und den 1890ern, dazwischen aber sicher nicht. Ob sich da jemand verschrieben/verlesen hat? So eine 3 schaut ja leicht mal wie eine 8 aus…
 
So sieht es aus, wenn nein abgeänderter Schnitt auf dem von TV liegt:

Original-Taillen, Teil 5: Schlamperei

Saturday, June 2nd, 2012

Wie war das nochmal, die Viktorianer haben versäubert wie die Weltmeister? Alles schön ordentlich und so? Ha! Um nicht zu sagen: Haha!

Die Innenseite eines kleinen Stehkragens. Rechts und links die Schulternähte. Die Nahtzugaben des Rücketeils reichten nicht mehr unter den Kragenbeleg. Na und? Lassen wir sie einfach lose! Der Kragenbeleg reicht nicht ganz bis zur Naht? Er ist zu kurz? Egal, wir setzen einfach was an (bei der linken Schulternaht)! (more…)

Original-Rock

Monday, May 28th, 2012

Gründerzeit-Röcke sind so ein Thema, wo man wieder mal alles vergessen muß, was man über Röcke zu wissen glaubt. Heutzutags würde man niemals Rockfutter und -oberstoff in einem zuschneiden und verarbeiten. In der Gründerzeit auch nicht: Die Zeit der in-eins-Röcke war sowas um 1900-1910. Trotzdem lief es damals anders. Siehe auch hier.
 
Meine dort ausgeführten Thesen untermauert nicht nur ein zeitgenössisches Schneiderei-Lehrbuch, das ich endlich, endlich ergattern konnte (Lechner/Beeg: Die Anfertigung der Damen-Garderobe, 1886), sondern auch der eine Rock in meinem Fundus, den auszupacken ich mich überreden konnte. (more…)

Reverskragen und andere Scheußlichkeiten

Monday, May 28th, 2012

Ich hatte so lange keinen Reverskragen mehr gemacht, daß ich ziemlich überlegen mußte, wie das gleich wieder ging. Dementsprechend habe ich auch geflucht.Dafür ist die Seide so fest, daß sie ohne Unterfütterung auskommt.


 
Momentan muß am Oberteil noch der Saumbeleg angenäht werden, dann die Ärmel und der Verschluß und schließlich das Taillenband. Obwohl ich den Schnitt hatte anpassen lassen, hatte ich heite schon wieder zu wenig Weite obenrum, dafür trotz tiefergelegter Abnäher Luft um die Taille. Aber gut, für ein Tageskleid ist es vermutlich nicht verkehrt, wenn man die Taille nicht so eng schnürt.

Gründer-Tageskleid: Taille 1

Friday, May 11th, 2012

Lange habe ich darüber gegrübelt, wie ich die vorhandenen 3 yards (ca. 2,7 m) blauer Faille so einsetze, daß es ja nicht zu knapp wird. Als ich den Stoff vor einigen Jahren kaufte, fand ich ihn mit fast 40 USD pro Yard schon sauteuer; falls ich jetzt Nachschub brauchte, würde mich das über 60$ kosten. Das nenne ich Inflation!
 
Was passiert, wenn eine Katzen”besitzerin” sich mit einem Stück kostbaren Stoffes auf den Boden setzt, um hochkonzentriert möglichst sparsam Stücke daraus zu schneiden?
 
Welch Frage! (more…)