Posts Tagged ‘Tracht Biedermeier’

Fertig gestickt

Tuesday, April 7th, 2015

Ich habe ganz vergessen, damit anzugeben, daß die Stickerei an der Goldelse beendet ist. Jetzt muß ich das Ganze ausschneiden und zusammenfügen.
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Die Goldelse fliegt wieder

Saturday, February 7th, 2015

Über ein Jahr war Zwangspause, weil der Goldfaden ausgegangen war und es sich überraschend schwierig gestaltete, Ersatz in der richtigen Dicke und dem richtigen Farbton zu bekommen. Es fing damit an, wie diese Sorte Faden heißt (bin mir da immer noch nicht sicher) oder wie die Dicke bezeichnet wird (was nützt es, die Millimeter auszumessen, wenn die Anbieter “Nummer 5” anbieten?). Und dann mußte ich noch alles aussortieren, was nicht vergoldet war. Bei englischsprachigen Onlineshops bedeutet “gilt” offenbar nicht zwangsläufig echt vergoldet.

Außerdem brauchte ich Pailletten in verschiedenen Größen, und als die Bestellung ankam, stellte ich zu meinem Entsetzen fest, daß meine bisherige Quelle (Maurer in Wien) offenbar die Produktion umgestellt hat. Anstatt der plattgewalzten Drahtringe, die schon im 17. Jh. gebräuchlich waren, bekam ich Scheiben, die aus einem Blech ausgestanzt zu sein schienen. Das ist ok, wenn man historische Stickerei so imitieren will, daß es auf einen Meter Entfernung überzeugt – aber dann brauche ich auch nichts vergoldetes, verdammtnocheins!

Na jedenfalls, ich habe die Arbeit an der Goldelse wieder aufgenommen. Da der neue Goldfaden auf einer Spule daherkommt, hatte ich das Problem, daß ich die Spule festhalten mußte, damit sie nicht davonrollt. Deshalb habe ich einen Faden durch das Loch der Spule gezogen, zu einer Öse verknotet und diese dann mit Hilfe einer Büroklammer am Rahmen befestigt. 20150207_161418

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Übrigens: der Ersatz ist “#5 Smooth Passing Thread – Gilt” bei hedgehoghandworks.com. Ich dachte immer, passing thread sei das dünne Zeug, das man durch den Stoff ziehen kann, während das dicke, das man nur auflegt, couching thread heißt. So kann man sich täuschen.

Bescheißerl 2 und fertig

Saturday, June 25th, 2011

Nach einer ersten Anprobe auf der Schneiderpuppe fand ich, daß der Kragenverlauf falsch war: Wie in der Schnittübersicht im vorigen Beitrag zu sehen, ist der Halsausschnitt rund, der des Leibls aber V-förmig. Zusammen sah das nicht gut aus. Also verpaßte ich dem Bescheißerl ebenfalls einen V-Ausschnitt.

Damit wäre die Tracht fertig gewesen, hätte ich nicht obendrein beschlossen, die Miederhaken weiter einwärts zu setzen. Dort, wo sie ursprünglich saßen, waren sie eigentlich ganz richtig, aber bei meiner Figur macht sich ein schmaleres Geschnür besser. Also setzte ich alle Haken um ca. 2 cm weiter auf die vordere Mitte zu.

Bescheißerl

Saturday, June 25th, 2011

Ich glaube, ich erwähnte schon, daß man um 1840 meistens einen weißen Kragen unter dem Schultertuch hervorlugen sieht. Laut Szeibert-Sülzenfuhs ist das eine Art Chemisette, Bescheißerl genannt. So etwas ist sinnvoll, um das nicht waschbare Schultertuch und Leibl vor Hautfett zu schützen. Viele Vorlagen fand ich nicht; am besten gefiel mir eine, bei der der dicht plissierte Kragen hintenherum etwas höher ist und hochsteht und vorne wie bei einem V-Ausschnitt hinunterläuft und dabei immer schmaler wird.
 

Kellnerin, 1841. Scan aus Szeibert-Sulzenfuhs.


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Miederleibl 2

Saturday, June 25th, 2011

Das Miederleibl ist inzwischen fertig.
Die voll gefütternten Ärmel erwiesen sich als zu steif und unangenehm bei der Bewegung. Also kürzte ich das Futter bis auf knapp unter dem Faltenbesatz – den Besatz zu halten, war sowieso der einzige Zweck des Ärmelfutters.
 

Fertig besetzter Ärmel


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Biedermeiertracht: Miederleibl

Saturday, June 25th, 2011

Inzwischen habe ich Schnitte für das Miederleibl bekommen, aber leider muß ich da etwas nacharbeiten: Die Ärmelschnitte gehören offenbar eher in die 1830er bzw. 1850er. Außerdem halte ich es für sinnvoller und der Zeit gemäßer, den gefältelten und bauschigen Oberstoff auf einen Futterärmel zu applizieren, für den kein Schnitt dabei war.
 
Ich versuchte es mit einem Futterärmel von einem 1790er-Schnitt. Nur leider hat der die Längsnaht ganz woanders als der Oberstoff-Ärmel. Blöd, blöd, blöd. Aber das kriege ich schon irgendwie hin.
 
Ich lege nun also zuerst den unteren Ärmelteil auf das Futter. Am Handgelenk und obenrum lege ich den Oberstoff in kleine Fältchen, lasse aber den Teil, der später auf der Innenseite des Armes liegen wird, glatt: Ich möchte ja nicht, daß sich später die Fältchen am Mieder aufreiben. Außerdem war das im Biedermeier offenbar so üblich.

Oberhalb davon kommt ein in dichte, kleine Falten gelegter Streifen. In der Unterkante desselben liegt Paketschnur als Paspel.

Wenn dieser Streifen aufgesetzt ist, bleibt immer noch die obere Ärmelkugel zu bedecken. Das muß ein weiterer gefältelter Streifen leisten. Wo sie zusammentreffen, wird ein schmaler Streifen aufgesetzt, um die Stoffkanten zu verdecken.

Der Trachtenrock: Fast fertig

Monday, April 11th, 2011

Wie erwähnt, hatte ich die Reste der graublauen Française für den Rock auserwählt. Wie geplant besteht er aus zwei Bahnen à 150 cm Breite und einer à 40 cm, die den Sparfleck vorstellt. Am linken Ende des Sparflecks ist ein Verschlußschlitz eingerichtet, am rechten Ende eine Tasche eingenäht:

Rocktasche

Die Taille wurde, außer am Sparfleck natürlich, in kleine Falten eingelegt, die ca. 7-10 mm unter der vorigen hervortreten und 10-15 mm tief sind. Die Variationsbreite liegt an der Pi-mal-Auge-Technik und daran, daß Falten z.T. nachträglich flacher oder tiefer gemacht wurden, um die gewünschte Weite zu erreichen.

Rockfalten, hintere Mitte

Nun bleibt nur noch, den Rock über Hemd und Mieder anzuprobieren, um die genaue Taillenweite festzustellen. Für den Fall, daß der Rock doch ein bißchen zu eng geraten sein sollte, hat der Bund ein paar Zentimeter Übertritt. Daß unterhalb davon ein Schlitz offenbliebe, würde gnädig vom Fürtuch verdeckt.