Posts Tagged ‘Schnürbrust’

Schnürbrustfutter 3

Friday, September 2nd, 2016

Hin und her, her und hin. Zuerst hatte ich das Blatt mit 13F/cm gestochen, aber das Gewebe wurde mir nicht dicht genug. Also umgestochen auf 15F/cm. Jetzt ließ sich der Schuß noch schlechter anschlagen, zwischen den einzelnen Schüssen waren riesige Lücken. Also doch zu dicht? Umgestochen auf 12F/cm.

Das ist immer noch Mist: Was ich gerade webe, ist praktisch Stramin. Aber es läßt sich ums Verrecken nicht fester anschlagen! Argh! Mir fiel aber keine Lösung mehr ein, also webe ich das jetzt so ab und hoffe, daß die Nachbehandlung für eine hinreichende Schrumpfung sorgt.

Ein Teil des Problems ist sicherlich die Schlichte: Sie macht die Kettfäden noch steifer, als sie von Natur aus schon sind. Und luftgetrocknetes Leinen ist schon ganz schön steif.

leinen

Schnürbrustfutter, Teil 2

Monday, August 1st, 2016

Weil ich mich zwischenrein bei diversen Parametern umentschieden hatte, mußte ich noch etwas mehr Kette bleichen. Die ist jetzt ca. 3,2 m lang und wird wohl, wenn alles fertig ist, 91 cm breit sein, weil ich mich beim Schären wohl verzählt hatte. Eigentlich sollten es 85 cm sein.

Wenn ich das Schärbrett auf das niedrigst eingestellte Bügelbrett stelle, hat es die richtige Höhe.

Wenn ich das Schärbrett auf das niedrigst eingestellte Bügelbrett stelle, hat es die richtige Höhe. Ich schäre zwei Fäden auf einmal; die Lazy Kate des Spinnrads ersetzt das Spulengestell.

Das bäumen war kein Spaß, weil ich es irgendwie geschafft hatte, einen der 4 Kettzöpfe so zu machen, daß man ihn nicht nach und nach auslassen kann, d.h. ich mußte ihn auf einmal öffnen, und dabei hat er sich etwas verheddert. (more…)

Schnitt von einem Original abnehmen: Nochmal von vorn

Sunday, December 22nd, 2013

Gerade bin ich dabei, die Beschreibung der originalen Schnürbrust zu verfassen. Beim Betrachten der Fotos fallen mir viele Dtails auf, die ich vor Ort gar nicht bemerkt hatte – vielleicht wegen der vielen gleichzeitigen Eindrücke, vielleicht aber auch, weil zum Teil die Ausleuchtung Schatten wirft, die manche Details sprichwörtlich ein anderem Licht erscheinen lassen. Als ich gerade herausfinden wollte, ob die Zaddeln nun angeschnitten oder angesetzt sind, traf es mich:
 
Ich bin ja so doof!
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Schnitt von einem Original abnehmen: Weiterverarbeitung

Sunday, December 15th, 2013

Mit den Abpausfolien und einem Packen Fotos glücklich und enthusiasmiert zuhause angekommen, war die nächste Aufgabe, den Schnitt auf Papier zu übertragen und ins Reine zu zeichnen. Wenn ich den Schnitt im Web zur Verfügung stellen will, muß ich ihn obendrein zu einem Koordinatenschnitt verkleinern.
 
Daheim kann ich endlich wieder auf dem Teppich feststecken. 🙂 Also: Packen Zeitungspapier (für das Folgende ist der Teppich allein zu weich), Packpapier drauf, Folie mit der Zeichnung drauf, am Teppich feststecken – und von der Folie aufs Packpapier durchradeln. Und zwar alles: Umriß, Nahtverlauf, Stückelnähte, Umrisse der Lederbesätze, Ansatznaht des Belegstoffs, Position der Schnürhaken, Tunnelverlauf, Fadenlauf. Dann mit Filzstift die perforierten Linien auf dem Packpapier nachzeichnen, und zwar mit verschiedenen Farben für die verschiedenen Arten von Objekten: Schnitteil-Umrisse in schwarz, Stückelnähte in hellblau etc., sonst verliert man schnell den Überblick.
schnitt_auf_papier (more…)

Schnitt von einem Original abnehmen: Abpausen

Sunday, December 15th, 2013

Dieser Tage hatte ich eine jener Gelegenheiten, nach denen sich wohl jeder Kostümer die Finger abschleckt: Ich durfte den Schnitt von einer originalen Schnürbrust abnehmen. Leider fiel mir erst hinterher ein, daß das ja eigentlich auch ein dokumentierwürdiges Projekt ist, so daß es vom Schnittabnehmen selbst keine Bilder gibt.
 
Wie nimmt man den Schnitt von einem Originalteil ab, ohne ihm Schaden zuzufügen? Bei den meisten Schnürbrüsten ist das relativ einfach, weil man sie flach hinlegen kann. Auch die Nähte sind sehr oft schnurgerade. Das ist einfach. Die Schürbrust, die es mir angetan hatte, ließ sich nicht flach auflegen: Die Schulterteile sind ausgesteift und so in Form gebracht, als ob sie sich um eine Schulter schmiegten. Und auf den Zaddeln sind kleine Wülste befestigt.
 

Der Träger steht vol allein

Der Träger steht vol allein

Flach auflegen? Ein frommer Wunsch!

Flach auflegen? Ein frommer Wunsch!


Meine Methode sieht so aus: Einen dicken Packen großer Zeitungsseiten auf den Tisch legen, als Unterpolsterung. Darauf eine Lage sauberes Seidenpapier, damit keine Druckerschwärze an das gute Stück kommt. Darauf die Schnürbrust, die dort, wo es nötig ist, von zerknülltem Seidenpapier gestützt wird. Darüber wird ein Stück durchsichtiger Folie gelegt; besonders geeignet und günstig finde ich Malerfolie “extra stark” aus dem Baumarkt. Um das Objekt herum wird die Folie fixiert, indem man Stecknadeln schräg in die Zeitungspapier-Unterlage steckt. Je dünner die Unterlage, desto schräger: Der Kopf sollte nicht zu weit hervorstehen, damit man nicht mit dem Ärmel die Nadel unbemerkt wieder herausreißt, und die Nadelspitze sollte den Untergrund nicht zerkratzen. (more…)

Endlich fertig!

Friday, November 7th, 2008

Der letzte Eintrag endete mit den Worten “Die Oberkanten beider Teile sind schon gemacht,…”
 
Ha! Ich Depp war so unkonzentriert (oder so scharf drauf, endlich fertigzuwerden), daß ich vergaß, daß das leinene Innenfutter noch fehlte. Manche Leute lassen es weg, aber ich fand die Versäuberungsknoten auf der Rückseite so häßlich, daß ich sie verdecken wollte. Also mußte ich mir bei einem auswärtigen Nähwochenende etwas Leinen erbetteln, das dann etwas dünner und durchsichtiger war, als ich mir das gewünscht hätte. Aber einem geschenkten Gaul…. (more…)

Tunnel befüllt

Wednesday, October 22nd, 2008

Wie so oft fiel mit kurz vorm Einschlafen ein, wo die Blechschere ist. Nun sind also auch die Stahlstäbe versenkt. An ein oder zwei Stellen (neben den Nähten zwischen den Schnitteilen) waren die Tunnel zu eng, um einen Stab einschieben zu können, aber ich glaube, auf die paar Stäbe kommt es nicht an.
 
Leider ist die Blechschere schon so stumpf und schartig, daß ich die Ecken der Schnittkanten nicht abknipsen konnte, um sie abzustumpfen. Die Enden der Stahlstäbe habe ich mit Leukosilk verpflastert, (more…)

Tunnelbau beendet

Thursday, October 16th, 2008

Nach einigen Unterbrechnungen sind endlich alle Tunnel fertig.
 
Als nächstes habe ich an der Unterkante die Stoffzugaben zurück- und die Zaddeln eingeschnitten. Dann habe ich an den Enden der rundgeschnittenen Zaddeln entlanggenäht, um die Tunnel zu verschließen, und dann einen Teil wieder aufgetrennt, weil mir wieder einfiel, daß ja einige Stäbe von unten eingeschoben werden müssen. Kommt davon, wenn man nur nebenher näht und sich nicht konzentriert! (more…)

Halbzeit

Friday, July 18th, 2008

Die erste Hälfte ist fertig! Und siehe, nur an einer Naht war mal eine leichte Tendenz, daß Basis und Oberstoff nicht so ganz glatt aufeinanderliegen wollten. Heißt das, daß ich gut angezeichnet und genäht habe, oder habe ich das nur der Dehnbarkeit des Oberstoffs zu verdanken?

Jetzt noch einmal tief Luft holen und auf die zweite Hälfte gestürzt…

Phase 2: Skavenarbeit

Friday, July 4th, 2008

Nun kommt jene lange, langwierige Phase, die man normalerweise nur jemandem zumutet, der Vater und Mutter ermordet hat: Die Tunnel.
 
Weil entlang der Zaddeln der Oberstoff störend herumflappt, hefte ich ihn an die Basis. Auf die Weise kann er auch nicht mehr verrutschen. Entlang der vorderen und hinteren Kante schlage ich die Zugabe nach innen um und nähe sie überwendlich ander Kante fest. Es hat Vorteile, wenn man das erst nach dem Einschieben der Stäbe macht, (more…)