Posts Tagged ‘1880er’

Das Geld kann jetzt kommen

Tuesday, January 26th, 2016

Nach dem Muster kamen wieder einige Reihen mit Perlen auf jeder Masche. Diesmal aber etwas dichter als in der ersten Hälfte: Nach jeder Perlen-Reihe 1R re verschränkt und 1R normal re, dann wieder Perlen.

Das ganze so lange, bis der zweite Beutel so lang war wie der erste. Ich dachte kurz darüber nach, wie ich das Ende machen soll. Da ich nicht weiß, wie authentisch die diversen Methoden sind, die heutzutags an solchen Stellen verwendet werden, habe ich sicherheitshalber normal abgekettet und dann überwendlich zusammengenäht.

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Einige Perlen hatte ich noch auf dem Faden, also habe ich den gleich für die Fransen weiterverwendet. Zwei Möglichkeiten: Jede Schlaufe einzeln ansetzen und vernähen, oder alle Schlaufen aus demselben Faden machen, der zwischendrin mit einem zweiten Faden festgenäht wird. Ich entschied mich für letzteres, nicht nur aus Faulheit, sondern auch, weil ich befürchtete, daß die viele Vernäherei einen unschönen Wulst macht.

Die Fransen habe ich bewußt kürzer gemacht als beim Original. Diese langen Troddeln sehe ich vor meinem geistigen Auge sich ständig irgendwo verfangen. Da ist es dann gut, daß das Garn fast zu dick für die Perlen ist: Wenn der Faden mal reißt, fliegen nicht gleich alle Perlen im hohen Bogen davon. Im Nachhinein… hätte ich an den Anfang und ans Ende jeder Franse einen Knoten machen können, um genau das zu verhindern. Allerdings ist es ein ziemliches Gefummel, einen Knoten exakt an die richtige Stelle zu manövrieren. Und einen falsch plazierten Knoten wieder aufzukriegen, ohne das Garn zu beschädigen, ist fast unmöglich.

Nach meiner Rechnung habe ich ca. 3670 Perlen verbraucht. Allein die Fransen schlucken über Tausend.
Länge ohne Fransen 29 cm, Breite variierend zwischen 6 und 6,5 cm. Der Schlitz ist etwa 9 cm lang.

Geldstrumpf, die Anleitung, Teil 2

Wednesday, January 20th, 2016

Das zweite Muster ist in Worten eher schlecht zu beschreiben, also habe ich mal ausprobiert, wie man auf einer Tablette eine Tabelle malen kann. Man hört ja immer wieder mal von angeblichen IT-Propheten, daß das Ende der Desktops und Laptops nahe sei. Glaubt ihnen nicht! So eine doofe Tabelle läßt sich mit einem ordentlichen Tabellenkalkulationsprogram, Maus und Tastatur um ein vielfaches leichter machen als mit einer abgespeckten App und wischenden Fingern.

1 Kästchen = 1 Masche, blaues Kästchen = Masche mit Perle

1 Kästchen = 1 Masche, blaues Kästchen = Masche mit Perle

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Endlich beschirmt!

Sunday, October 4th, 2015

Die gestrickte Seidenspitze ist nun schon seit März fertig, und das Schirmdach aus schwarzem Seidentaft auch schon seit etwa zwei Monaten. Und heute habe ich endlich das Taft-Dach fertig angenäht und die Spitze aufgesetzt.
schirm1 (more…)

Bauer sucht Frau

Friday, October 31st, 2014

Nein, Schirmdach sucht Gestell. Normalerweise ist es andersrum: Man hat ein Gestell und muß ein geeignetes Schirmdach finden.
 
Mir fällt auf, daß ich die Kandidaten noch gar nicht vorgestellt habe. Beide wohnen schon seit Jahren bei mir und brauchen einen neuen Deckel.
 
Kandidat 1
Kandidat nr. 1 war schon skelettiert, als ich ihn kaufte. (more…)

Deckel drauf

Wednesday, October 29th, 2014

Nach ziemlich genau einem Monat ist das künftige Schirmdach fertig gestrickt. 51 von den 100g Seidengarn sind verbraucht. Nun der spannende Moment, wo der Elefant ins Wasser rennt… das aufspannen, das dem Deckchen die Form gibt und endlich zeigt, ob die Größe paßt. Kurz und gut – sie paßt nicht. Rechnet man die Bögen am Rand ein, sind es 67cm Durchmesser, ohne immer noch 62. Hätte ich das Randmuster weggelassen, wäre ich auf 52 gekommen. Zur Erinnerung: Der eine Schirm hat 50, der andere 54.
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Gründer-Ballkleid: Premiere

Saturday, October 27th, 2012

Am zweiten Abend in Franzensbad kam endlich das Ballkleid zum Zug.


Fazit: Muß geändert werden.
Das Oberteil sitzt gut, aber die Ärmel nicht. Kommt davon, wenn man keine End-Anprobe machen kann. Vorn unten ist das Armloch zu eng, was zwar die zeitgenössische Schultern-zurück-Haltung fördert, aber zusammen mit der Enge der Ärmel führte das dazu, daß ich mit den Händen kaum auf die andere Körperseite hinüberkam. Aus rein optischen Gründen gehärt die Schulternaht oben auch näher an die Berthe. Also doch wieder eine höhere Ärmelkugel!
Kaum war ich aus Franzensbad zurück, kam auch schon der schwarze Seidenorganza für den Schleppenschutz an. Den muß ich nun falten und anbringen. Die Ärmel sind auch gerade herausgetrennt; der Ersatz harrt einer Anprobe.

Gründer-Tageskleid: Premiere

Friday, October 26th, 2012

Anfang Oktober war es endlich soweit: Die veranstaltung, für die ich monatelang geplant und geschafft hatte, der Enkel-Ball in Franzensbad (Františkovy Lázně).


Fazit: Sitzt, paßt, wackelt nicht und hat null Luft.
Zu ändern: Nichts. Angesichts der ersten Bilder dachte ich noch, daß der Rock zu kurz wäre, weil man gar so viel von den Stiefeln sah. Aber das lag wohl nur am Wind.

Der Hut ist übrigens von Lorkande.

Ballkleid, letzte Etappe

Monday, September 24th, 2012

Zugegeben, die letzte Etappe bestand größtenteils aus zwei Wochenenden Extreme Powernähing, ist also eigentlich mehr als eine Etappe.

Beim Probedrapieren hatte ich ja schon festgestellt, daß ich im Großen und Ganzen nur zwei volle Stoffbreiten zu je knapp 3 Metern Länge brauchte. Also mußte ich nur die Enden, die auf der Schleppe liegen, rund schneiden und versäubern. Von Hand, versteht sich. Und dann wieder drauf auf den Rock, am Bund festheften und an einigen strategischen Stellen mit ein paar Stichen am Rock befestigen, damit die Drapage nicht bei jeder Bewegung verrutscht.

Stufe Blau von vorn

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Ball-Schuhe

Tuesday, September 11th, 2012

Meinen Recherchen zufolge sollten die Ballschuhe in etwa die Form moderner Pumps haben, vorzugsweise mit Riemen über den Spann oder mit Zunge, und auf jeden Fall mit Louis-XV-Absatz. Leider sind solche Absätze gerade überhaupt nicht in Mode, so daß in normalen Schuhläden nichts passendes zu finden war. Bei Tanz- und Brauschuhen sind derzeit die Chancen besser, aber auch da war die Auswahl nicht groß. Schließlich fand ich welche bei Harr, allerdings in nur weiß. Aber da es Satinschuhe sind, kann man sie fäben.
 
Kleiner Tip, falls Du auch einmal diese Schuhe bestellen wolltest: Es heißt dort im Shop, die Schuhe fielen “mindestens eine Größe kleiner” aus. Damit sind halbe Größen gemeint, d.h. wer normalerweise Größe 38 hat, sollte mindestens 38,5 bestellen. Die Schuhe fallen aber nicht nur recht kurz aus, sondern sind auch noch sehr schmal. Ich brauchte für meine breiten Quanten drei (!) halbe Größen größer.
 
Ich war drauf und dran, in einem anderen Tanzschuh-Laden spezielle Farbe zum Einfärben von Satinschuhen zu erstehen. Aber eigentlich… hatte ich doch noch haufenweise Seidenmalfarbe, die ich schon seit Jahren nicht mehr benutzt hatte und wohl auch so bald nicht mehr benutzen werde. Beim Schwarz färben kann ja eigentlich nicht viel passieren: Falls es nicht so richtig klappt, kann man immer noch mal darüberpinseln. Na dann!
 
Zuerst habe ich die Schuhe mit einem Schwamm angefeuchtet, damit die Farbe gut verläuft und keine Ränder bildet. Beim Färben von Garn und Stoff macht man das ganz ähnlich. Dann habe ich sie einfach mit einem großen Pinsel angemalt.

Das klappte ganz gut – allerdings stellte sich nach dem Trocknen raus, daß die Farbe doch nicht ganz gleichmäßig war, und die Farbe ganz allgemein eher anthrazit als schwarz. Also nochmal drüber, wieder trocknen, und dann nochmal. Trotzdem waren es alles in allem nur zehn, vielleicht 15 Milliliter Farbe.

Balltaille

Tuesday, September 11th, 2012

Die Balltaille ist mittlerweile zugeschnitten, angepaßt und zusammengenäht. Beim Zuschneiden hatte ich, wie immer, kompetente Hilfe.

Wie immer habe ich die beiden Lagen der Schnitteile rechts auf rechts zusammengenäht und dann gewendet, um sie gleich zu versäubern. Es muß wohl am Taft gelegen haben, daß ich diesmal mehr Schwierigkeiten damit hatte, die Nähte nach dem Wenden auseinanderzubügeln: Taft hält einmal eingebügelte Falten so gern fest. Da mußte ich vorsichtig sein. Die Lösung:

Gerolltes Handtuch als Bügelkissen