Die Goldelse fliegt wieder

Über ein Jahr war Zwangspause, weil der Goldfaden ausgegangen war und es sich überraschend schwierig gestaltete, Ersatz in der richtigen Dicke und dem richtigen Farbton zu bekommen. Es fing damit an, wie diese Sorte Faden heißt (bin mir da immer noch nicht sicher) oder wie die Dicke bezeichnet wird (was nützt es, die Millimeter auszumessen, wenn die Anbieter „Nummer 5“ anbieten?). Und dann mußte ich noch alles aussortieren, was nicht vergoldet war. Bei englischsprachigen Onlineshops bedeutet „gilt“ offenbar nicht zwangsläufig echt vergoldet.

Außerdem brauchte ich Pailletten in verschiedenen Größen, und als die Bestellung ankam, stellte ich zu meinem Entsetzen fest, daß meine bisherige Quelle (Maurer in Wien) offenbar die Produktion umgestellt hat. Anstatt der plattgewalzten Drahtringe, die schon im 17. Jh. gebräuchlich waren, bekam ich Scheiben, die aus einem Blech ausgestanzt zu sein schienen. Das ist ok, wenn man historische Stickerei so imitieren will, daß es auf einen Meter Entfernung überzeugt – aber dann brauche ich auch nichts vergoldetes, verdammtnocheins!

Na jedenfalls, ich habe die Arbeit an der Goldelse wieder aufgenommen. Da der neue Goldfaden auf einer Spule daherkommt, hatte ich das Problem, daß ich die Spule festhalten mußte, damit sie nicht davonrollt. Deshalb habe ich einen Faden durch das Loch der Spule gezogen, zu einer Öse verknotet und diese dann mit Hilfe einer Büroklammer am Rahmen befestigt. 20150207_161418

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Übrigens: der Ersatz ist „#5 Smooth Passing Thread – Gilt“ bei hedgehoghandworks.com. Ich dachte immer, passing thread sei das dünne Zeug, das man durch den Stoff ziehen kann, während das dicke, das man nur auflegt, couching thread heißt. So kann man sich täuschen.

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