Nadelbinde-Nadeln

Mal etwas zur Nadel, weil die grad so schön im Bild zum vorigen Beitrag liegt. Die habe ich mir quasi aus Verzweiflung gemacht, weil ich eigentlich eine beinerne bei Reenactors erstehen wollte, aber immer wieder Gelegenheiten verpaßte, mir eine zu einer Veranstaltung mitbringen zu lassen. Also nahm ich zwei kleine Stücke Eichenholz, die von Bau meines Steckbetts übrig waren, und dazu ein paar kleine Stücke Fichte, und sägte mit der Bandsäge daraus kleine Klötzchen von ca. 5x10x80 (Fichte) bzw. 5x10x120 mm (Eiche).

 
Dann legte ich einen Bandschleifer auf den Rücken, klemmte ihn mit einer Schraubzwinge an den Tisch, stellte ihn auf Dauerbetrieb und hielt die Klötzchen mit spitzen Fingern dagegen, bis sie die gewünschte Form und Dicke (ca. 1,5 mm bei den kurzen, 2,5 mm bei den langen) hatten. Die Öhre machte ich mit der Bohrmaschine: Vier Löcher, rautenförmig angeordnet. Die Stege dazwischen entfernte ich mit einem spitzen Messer. Kleine Defekte an der Nadel habe ich mit einer Nagelfeile aus Holz mit aufgeklebtem Papier abgefeilt, dann die Feile der Länge nach durchgeschnitten und mit diesem schmalen Stück die Öhre versäubert. Zum Schluß habe ich Öhr und Nadel noch mit feiner Stahlwolle poliert.

Nadelbinde-Nadeln

Oben: Fichte, 75 mm lang, Unten: Eiche, 110 mm lang, mit 1/1er Faden darin

 
Die Nadeln wurden ein bißchen bucklig – mal dicker, mal dünner -, aber das ist nur ein optischer Fehler und macht beim arbeiten überhaupt nichts.
Bei der einen Fichtenholznadel kam ich mit dem Öhr zu nah an den Rand – das Öhr sollte ja recht groß sein, für dicke Wolle, aber die Nadel schmal, damit die Stiche nicht zu lose werden. Die nahm ich zuerst. Sie hielt erstaunlicherweise die Mütze durch und ungefähr anderthalb Kniestrümpfe lang. Die andere habe ich nachträglich schmaler gefeilt, so daß das Öhr sicher auch bald ausreißen wird. Aber egal, ich kann ja immer wieder neue machen. Bei der eichenen ist das Problem, daß die Maserung nicht genau parallel zur Nadellänge liegt, so daß sich beim Arbeiten immer wieder Kerben bilden, die beim Durchziehen hakeln.

 
Versuch macht kluch: Für so feine Stiche wie bei den Kniestrümpfen, also für Wolle um die Nadelstärke 4, hätte ein viel kleineres Öhr locker gereicht. Wenn ich wieder welche mache, werden die Maße in etwa so sein:

  • Für Wolle 2/1 (Nadelstärke ca. 4): 70-75 mm lang, 5 mm breit, 1,5 mm dick, Öhr 2 mm breit
  • Für Wolle 1/1 (Nadelstärke 5-6): 80-110 mm lang, 8-9 mm breit, 2,5 mm dick, Öhr 3,5-4 mm breit

Und die Maserung immer schön längs der Nadel!

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