Zeltgestänge

Das Zelt wird zwölf Seitenstangen à 180 cm haben. Damit sie transportabel sind, habe ich sie in zwei Stücke à 90 cm gesägt. Das Messingrohr, mit dem die Stücke verbunden werden, hat den gleichen Außendurchmesser (35 mm) wie die Stangen, d.h. damit man es aufstecken kann, muß etwas vom Holz abgetragen werden. Bei bisherigen Zeltstangen habe ich das von Hand abgeraspelt, aber bei 24mal wird das ziemlich langwierig und anstrengend.
 
Deshalb habe ich es diesmal mit dem Bandschleifer versucht. Der ist extra so gemacht, daß man ihn auf dem Rücken liegend am Tisch festschrauben kann. 40er Schleifpapier eingespannt, Ohropax rein (wichtig!), auf Dauerbetrieb gestellt und los geht’s. Hin und wieder steckte ich ein Rohrstück auf, um zu sehen, ob schon genug abgeschliffen war. Da das Holz momentan trocken ist, darf das Rohr sehr lose sitzen: Wenn das Holz bei Regen aufquillt, soll sich die Steckverbindung immer noch lösen lassen. Wenn das ganze Gewicht des Zeltes darauf hängt, wackelt auch nichts mehr. Ich habe schon allzu oft geschwitzt, weil sich eine Steckverbindung nach feuchtem Wetter nicht mehr lösen ließ. Bisher hatte ich immer das Glück, einen Dachgepäckträger zu haben, auf dem ich die Stange festschnallen konnte, aber das ist nicht immer der Fall.
 
Das Schleifen ging gut, aber eine Schutzbrille wäre nicht schlecht gewesen.

An der Stelle, wo das Rohr endet, habe ich gern eine gut definierte Kante. Das ist mit dem Bandschleifer nicht zu machen. Die letzten paar Zentimeter ließ ich also ungeschliffen. Zuerst maß ich die 12 cm ab und markierte sie…

… dann sägte ich mit einer kleinen, feinen Säge (PUK-Säge) eine Rille rund um die Stange, nur 1-2 mm tief. Die dient als Führung, weil man mit der Raspel mit ihren gewellten Seiten eher schlecht einen geraden Rand hinbekommt.

Nach den ersten zwei Stangen wurde es mir trotz Führungsrille mit der Raspel zu blöd: Sie raspelte trotzdem ständig Wellen. Also ging ich zu einer anderen Technik über, die sich als bequemer herausstellte:

Abstemmen mit dem Stechbeitel. Das ging wie’s Brezelbacken. Man muß nur höllisch aufpassen, daß man nicht zu tief kommt und zu dicke Späne absticht.

Sitzt, paßt, wackelt, hat Luft!


Jetzt muß ich nur noch ein Rohrstück für die Mittelstange finden. Weiß jemand eine Bezugsquelle im Raum München?

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