Fensterläden

Das Fernster in der zweiten Wand ist nun auch gemacht. Zeit für die Fensterläden. Oder besser: Raffrollos.
 
Über jedem Fenster wird eine Art Lappen angebracht, der die Fensteröffnung nachts oder bei Regen verschließt. Oder wenn ich mich umziehe. 😉 Man möcht’s nicht meinen, aber es kommt immer wieder vor, daß Touris am verschlossenen Zelt rumzuppeln, bis sie ihren Schädel reinstecken können. Der Raffmechanismus muß sich also im geschlossenen wie im offenen Zustand fest-stellen lassen.
 
Die Rollos sind 70×70 cm groß, damit sie die 50×50 cm großen Fenster gut überlappen. Einerseits, damit es richt reinzieht (und wegen der Tourischädel), andererseits, weil Leinen wie gesagt sich bei Feuchtigkeit zusammenzieht. Und gerade bei Regen wäre eine Lücke eher unangenehm. Die Rollos lagen schon länger fertig herum.
 
Zuerst mußte ich die Raffung austüfteln. Dafür hatte ich zwar ein Vorbild, aber das konnte ich nicht exakt kopieren, das hätte von den Maßen her nicht gepaßt. Das Rollo sollte im gerafften Zustand nicht in die Fensteröffnung hängen, und möglichst unter dem Umlauf (das ist der naturfarben-blaue Streifen, der vom Dach herunterhängt) verschwinden. Da der Abstand von der Wand-Oberkante zur Oberkante des Fensters 18 cm beträgt, dürfen die Falten also maximal 18 cm hoch sein, besser etwas weniger.
 
Jetzt muß ich aber erstmal den Mechanismus erklären. Betrachten wir das Zelt von außen. Ganz oben in der Zeltwand, senkrecht über dem Rand des Rollos, ist ein kleines Loch, da kommt eine Kordel von innen heraus. Auf der Rückseite ist das Kordelende durch einen Knoten gegen durchrutschen gesichert. Die Kordel läuft am Rollo herunter bis zu zwei Löchern im (senkrechten) Rand des Rollos. Dort verschwindet die Kordel durch das obere Loch auf die Rückseite des Rollos und kommt durch das untere wieder heraus. Sie läuft weiter abwärts bis zur Unterkante des Rollos, verschwindet dort durch ein weiteres Loch nach hinten, und dann durch ein Loch in der Zeltwand ins Innere. Dort hängt sie so weit herab, wie der Abstand zwischen Wand-Oberkante und Rollo-Unterkante, und am Ende ist wieder ein Knoten. Das gleiche auf beiden Seiten des Rollos.

 
Wenn man nun vom Inneren des Zeltes her an den beiden oberen Knoten zieht, werden all jene Stellen des Rollos hochzegogen, wo die Kordel durch das Rollo läuft. Im obigen Beispiel also die Stelle mit den zwei Löchern, die dann als Falte an der Oberkante der Zeltwand endet, und die Unterkante des Rollos, die auf die Falte zu liegen kommt. Das unten lang herunterhängende Ende rutscht nach, bis es schließlich vom Knoten gestoppt wird. Jetzt ist es das obere Ende der Kordel, das lang herunterhängt.

 
Alles klar soweit?
 
Wenn ich das so gemacht hätte wie beschrieben, hätte das Rollo über 20 cm heruntergehangen. Geht gar nicht! Meine Lösung: Ein zusätzliches Doppelloch. Damit ergeben sich zwei Falten.
 
Als erstes habe ich also Löcher in die Rollos gebohrt und mit überwendlichen Stichen versäubert.

Dann nähte ich das Rollo über der Fensteröffnung an – mittig, versteht sich.

Wo das oberste Loch hingehört, war klar: knapp unter der Wand-Oberkante. Für das Unterste, durch die Zeltwand hindurch, strich ich das Rollo auf der Zeltwand glatt und markierte durch das unterste Loch im Rollo hindurch:

Das eigentliche Loch in der Zeltwand habe ich noch ein bißchen tiefer gesetzt als die Markierung. Dann zog ich die Kordel durch und – fertig!

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