Web ahoi

Weben, nicht WWW! Ihr wißt schon, dieses Handwerk, mit dem ich nicht auch noch anfangen wollte. So, wie ich noch vor 4 Jahren nie mit Spinnen anfangen wollte und nach wie vor nicht mit Klöppeln anfangen will. Wetten zu diesem und ähnlichen Themen werden nicht entgegengenommen.

Also, weben. Wieso? Weil ich doch jetzt ganze Vliese von nicht-flauschigen Schafen verarbeite. Man liest oft, ihre Wolle eigne sich für Teppiche. Ok, jetzt könnte man noch mit Knüpfen anfangen, aber das ist ja berüchtigt langwierig. Aber… Webteppich? Taschen und Beutel? Und, ja, vielleicht auch Kleidung. Robuste welche. Irgendwo müssen die groben Haare ja hin, die ich aus den Vliesen reiße. Und die nuppigen Garne, die aus kardiertem Kämmbfall entstehen. Für den Kompost sind sie zu schade.

Schußgarn

Schußgarn


Das allerallereste Webprojekt ist eine Tasche. Die Kette ist kommerzielles Konengarn, 100% Wolle, das mal in einer ausgelutschten Rotholz-Flotte gebadet hatte. Hätte ich vor dem aufbäumen schon gewußt, daß der Schuß braun sein würde, hätte ich die Kette in Indigo getunkt. Nun ja.

Auf dem Rahmen

Auf dem Rahmen

Der Schuß besteht aus der Wolle eines Ouessant-Schafes. Ja, genau ein Viech. Ein Strang des zweifädigen Garns ist aus den groben Deckhaaren gesponnen, der andere aus Kämmabfällen und somit hauptsächlich aus eher kurzen, aber eher weichen Unterwoll-Fasern mit Knubbeln darin. Die Knubbel sollen für Ouessant typisch sein, schrieb eine bretonische Züchterin auf Ravelry.

Der Webrahmen ist ein Ashford Rigid Heddle Loom. Wie man aufbäumt, habe ich mir anhand eines Ashford-Videos angeschaut. Leider ging daraus nicht hervor, wo bei dem Rahmen hinten und vorn ist… natürlich habe ich es prompt falsch herum gemacht. Und an zwei Stellen auch noch ein Loch ausgelassen. Nun ja, es ging trotzdem, wenn auch nicht gar so gut.

Fertig gewebt

Fertig gewebt

Im Bild oben liegt obenauf der Anfang des Gewebes. Das dicke grüne ist Restgarn, um die Kettfäden in Form zu bringen. Die Webrichtung ist von da ab nach unten. Darunter liegt ein Stück von kurz vor Ende des Gewebes. Siehst du den Unterschied?

Das grüne Zeug und ein paar Zentimeter des allzu losen Anfangs habe ich entfernt, die Kettfäden verknotet und das Stück dann mit heißem Seifenwasser gewalkt, damit die Oberfläche etwas anfilzt und die Kette nicht so herausschaut.

Fertig

Fertig

This entry was posted in Weben and tagged , , . Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Your email address will not be published.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.