Spulengestell bauen

Wenn man eine Direktzetteleinrichtung hat, braucht man doppelt so viele Spulen voller Kettfäden, wie man Fäden pro cm geplant hat. Bei meinen Web-Gewohnheiten bedeutet das nicht unter 20 Spulen und in näherer Zukunft bis zu 40. Zu kaufen gibt es entsprechende Spulengestelle für ca. 240 €. Aber diese Gestelle sind eigentlich recht einfach gebaut, das müßte man doch selber…?

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Das Hauptproblem, zumindest bei mir, ist, daß Metallstangen durch Löcher in zwei oder drei Brettern geführt werden müssen, d.h. die Löcher müssen in einer geraden Linie sitzen. Ich kenne mich: Egal, wie genau ich messe und den Bohrer ansetze, es wird immer krumm. Deshalb dachte ich an Regale, bei denen Löcher vorgebohrt sind, um die Querbretter in verschiedenen Höhen einhängen zu können. Sprich: Ikea.

Ab in den Keller! Da stehen zwei Seitenteile eines Ikea-Kellerregals mit vorgebohrten Löchern. Modell Gorm, das gibt es nicht mehr. Die Bretter sind über 170 cm lang mit je 14 Löchern pro Ebene, immer zwei nebeneinander. In der horizontalen sind die Löcher zu nah zusammen, um beide mit Spulen bestücken zu können (der Durchmesser der Scheiben an den Enden beträgt 9,5 cm), aber der vertikale Abstand ist mit 12 cm mehr als groß genug. Kann ich die volle Höhe nutzen? Nein, die Gefahr des Kippens wäre zu groß. Ich säge sie also in zwei Hälften, um zwei Gestelle daraus zu machen. Da ich oben und unten je eine Querleiste anbringen muß, kann ich nur 5 der 7 Löcher nutzen, aber wenn ich pro Ebene 4 Spulen unterbringen kann, sind das pro Gestell 5×4 Spulen, insgesamt also 40 Stück, und das reicht fürs erste.

Eine Kettspule ist 9,5 cm lang. Bei einer lichten Weite von 40 cm passen also 4 Spulen nebeneinander. Zur Stabilisierung soll eine Leiste in die Mitte; dafür habe ich eine 3 mm dicke, 3 cm breite Buchenleiste im Fundus. Das ist sehr dünn, aber Buche sollte einiges aushalten. Bei einem dickeren Mittelbrett müßte das Gestell insgesamt breiter werden, und da Metall-Rundstäbe im Baumarkt in 100 cm-Stücken verkauft werden, und die Stäbe auf beiden Seiten etwas überstehen müssen, damit sie nicht ständig herausrutschen, sollte das Gestell deutlich unter 50 cm breit werden.

Aus ein paar Leisten Abfallholz (ca. 2×3 cm) sägte ich 42 cm lange Stücke als Querleisten. Ich markierte die Mitte jeder Querleiste und leimte zwei schmale Stücke einer dünnen (3 mm) Leiste in 3 mm Abstand auf die eine – die obere – um die Buchenleiste dazwischen einklemmen zu können. In die andere kerbte ich eine 3 mm breite Rinne, für das andere Ende der Buchenleiste. Das Instrument der Wahl dafür wäre ein Beitel, aber wer hat schon einen 3 mm breiten Beitel? Versuch 1 mit Beiteln für die Länge und einem Schraubenzieher für die Breite war nicht befriedigend, Versuch 2 mit einem Feileneinsatz für den Dremel auch nicht viel besser – aber beide ergaben am Ende eine funktionierende Rinne.

Ich befestigte die obere Querleiste ganz oben an den Seitenbrettern mit zwei 40 mm langen Spaxschrauben an jedem Ende. Sicherheitshalber habe ich vorgebohrt, damit die Seitenbretter nicht reißen.

Als nächstes legte ich die Buchenleiste so auf ein Seitenbrett, daß es an die obere Querleiste anstieß, markierte dann die Bohrungen durch die Löcher im Seitenbrett hindurch und bohrte dann die Löcher in die Leiste.

Dann stellte ich das halbe Gestell auf den Kopf, steckte die Buchenleiste zwischen die oben (jetzt unten) angeleimten schmalen Leistenstücke, setzte die untere Querleiste oben darauf – die Buchenleiste in die dafür vorgesehene Rinne gesteckt – stellte sicher, daß die Querleiste gerade saß, und spaxte sie ebenfalls mit 2 Schrauben pro Ende fest. Diese untere Querleiste sitzt mit Absicht nicht ganz am unteren Ende, sondern einige Zentimeter darüber, denn das Ding braucht noch noch Füße, damit es nicht kippt.

Da hatte ich noch etwas gehobelte Dachlatte vom fehlgeschlagenen Schärrahmen übrig. Ca. 40 cm Länge reichen. Mittig je ein Rechteck markiert, mit dem unteren Ende eines Seitenbretts als Schablone, und dann ein Loch dieser Größe ausgesägt, so: http://youtu.be/UMFc5yFj7oE
Das wird ein bisschen krumm, weil das Loch fast so tief ist wie das Blatt der Stichsäge lang, aber es ist gar nicht verkehrt, wenn die Füße etwas Stamm sitzen. Dann muß ich sie nämlich nicht festschrauben und kann sie für eine platzsparende Lagerung einfach abnehmen.

Der Baumarkt hatte nur 3 gerade Eisenstangen da; Edelstahl und Messing sind viel zu teuer. Zu den drei Stangen mit 6 mm Durchmesser (die ich halbierte) mußte ich für das aktuelle Projekt nicht eine 4 mm dicke aus dem Fundus hinzunehmen. Die mit der bin ich nicht gar so glücklich, well ich das Gefühl habe, daß die Kettspulen darauf mehr eiern.

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