Indigo, Nachtrag

Wenn eine Indigoküpe schon fast erschöpft ist und deshalb die Stoffe fleckig werden, hilft es anscheinend, wenn man den Stoff sehr lange (z.B. über Nacht) in der Küpe liegenläßt. Ich habe den Eindruck, daß der Stoff dabei insgesamt heller wurde als zuvor, aber eben auch gleichmäßig: Zuvor vorhandene Flecke gehen wieder raus.
Man muß allerdings aufpassen, daß der Stoff voll untergetaucht ist, keine Luftblasen enthält und irgendwann wieder hochschwimmt: Alles, was über den Wasserspeigel ragt, sowie unterseeische Luftblasen, gibt 100%ig einen Fleck!
 
Auch daß die Indigoküpe heiß (50-60°) gehalten werden muß, hat sich als Gerücht herausgestellt. Meine Küpe habe ich drei Wochenenden lang benutzt, wobei sie nur für ca. 3 Stunden die Temperatur hielt. Auch in einem Färbebuch von 1780 heißt es, die Indigoküpe sei kalt anzuwenden. Nur zum Auflösen und/oder zum Redzuieren des Indigos ist Hitze vermutlich sinnvoll (so sagt es auch das Färbebuch). Aber es ist doch ein großer Unterschied, ob ich 8 Liter Stammküpe für ein Weilchen erhitzen muß (da reicht großer Topf auf dem Herd), oder die ganzen 50-70 Liter Färbeflotte, für die man einen Großküchentopf brauchte, der nicht zwischen Herd und Dunstabzugshaube paßt und den niemand allein wuchten kann.

This entry was posted in Färben and tagged . Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Your email address will not be published.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.