Schnur-Unterrock

Als ich meine Trachtenbilder durchgeschaut hatte, war mir aufgefallen, daß die Röcke im Biedermeier ordentlich ausgestellt waren. Das wurde zu jener Zeit nicht nur durch recht viele Unterröcke erreicht, sondern auch durch solche mir Roßhaar- und/oder Schnurversteifung (wobei die Schnüre wohl oft aus Roßhaar waren). Es muß also auch noch ein Schnur-Unterrock her.
 
Was für eine Schnur nehmen? Sie sollte ja recht steif sein, dabei aber auch nicht allzu schwer. Das Hanf-Abspannseil fürs Zelt (6 mm dick) erschien mir etwas zu gravottisch, Paketschnur zu dünn. Da ich aber gerade einiges an Paketschnur hatte, flocht ich je 6 Stränge zu Zöpfen à 3 Meter (=Saumumfang) und versteifte sie z.T. noch mit Ponal.
 
Den Saum schlug ich sehr großzugig um und legte, nur so zum ausprobieren, ein Stück Abspannseil in den Knick und nähte es von Hand ein. Der Umschlag war breit genug, um noch zwei Tunnel für zwei Flechtschnüre zu machen. Ungefähr 10 cm oberhalb davon setzte ich einen weiteren Tunnel auf, der Platz für drei Schnüre bot. Und wieder ca. 10 cm oberhalb davon noch einen. Zu der Zeit war es mir schon zu blöd geworden, durch bis zu drei Lagen des übelst dichten Stoffes zu nähen: Manchmal mußte ich die Nadel mit der Zange wieder rausziehen. Also packte ich die verstaubte Nähmaschine aus.
 
Nach dem dritten Tunnel machte ich am Bund einen Durchzug, um den Rock auf eine Schneiderpuppe hängen zu können. Ich wollte mal sehen, wie der Rock nun hängt.

Fazit: Schaut Scheiße aus. Der Rock hängt in großen Wellen, anstatt schön auszustellen. Da muß wohl zwischen dem ersten und zweiten Dreier-Tunnel noch einer hin, und vielleicht sogar noch mehr. *seufz*

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